Eine Gans – mehrere Mahlzeiten

Erst kürzlich sind wir über eine liebe Bekannte zu einer Gans gekommen. Da ich unbedingt schon mal eine Gans machen wollte, war dies eine gute Gelegenheit. Aktuell ist es nicht besonders klug jemandem zum Essen einzuladen, deswegen mussten wir zu zweit 3,3 kg Gans (mit freudiger Hilfe von Helix) verzehren.

Damit das nicht langweilig wird, habe ich mir ein paar verschiedene Rezepte raus gesucht und mehrere leckere Verwendungszwecke für die Gans gefunden.

Vorspeise

Als Kind mochte ich Leber überhaupt nicht, aber irgendwie wollte ich ihr noch eine Chance geben und hab mir deswegen ein Rezept für eine gebratene Gänseleber gesucht. Da die Idee relativ spontan (ca. 15 Minuten bevor wir die Gans verzehrt haben) gekommen ist, habe ich das Rezept etwas abgewandelt (=vereinfacht ;-)).

Die Leber in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen, Thymian anrösten und die Leber scharf anbraten. Etwas salzen. Wenn sie außen braun und knusprig ist, kommt sie noch ein paar Minuten ins Rohr. Ich hab sie einfach zur Gans auf den Rost gelegt.

Würde ich wieder machen!

Eine feine Vorspeise – Gänseleber mit Thymian in Butter herausgebraten.

Gans mit Rotkraut und Knödeln

Für unsere Rotkraut- und Knödelrezepte geht’s hier lang: Rotkraut & Grießknödel.

Die Gans kam schon ziemlich bratfertig zu uns. Wir mussten nur noch die Innereien, die im Bauchraum aufbewahrt waren, entfernen, die Flügel an den Gelenken und den Bürzel abschneiden, und eine Menge Fett herausschneiden.

Die Gans haben wir mit Orangen-, Apfel- und Zwiebelstücken und grobem Meersalz gefüllt. Damit nichts raus fällt haben wir die Gans zugebunden. Die Haut außen haben wir ebenfalls gesalzen.

Dann haben wir eine Ofenform mit 750 ml Gemüsesuppe, ein paar Karotten und Zwiebeln gefüllt.

Die Gans kommt nun mit der Brust nach unten in die Ofenform und bei 150°C für 30 Minuten ins Rohr. Anschließend wird sie umgedreht und wenn möglich auf einen Rosteinsatz gelegt und kommt für weitere 60 Minuten ins Rohr.

Die letzten paar Minuten auf Heißluft umschalten schadet der Knusprigkeit normalerweise nicht 🙂

Mahlzeit!

Die Gans war super knusprig und hat gut geschmeckt, aber für mich persönlich lohnt sich der Mehraufwand im Vergleich zu einem Brathuhn eher nicht.

Burger

Bei uns ist schon alles Mögliche in einen Burger gekommen, warum nicht auch die Reste einer Gans? Fleisch klein schneiden, Burger Buns kurz aufbacken, und mit Sauce (BBQ-Sauce oder Ketchup/Mayo-Gemisch) bestreichen, optional Rotkraut-Reste rein, Mahlzeit!

Mir hat die Kombination mit Ketchup/Mayo ohne Rotkraut am besten geschmeckt.

Suppe

Die Suppe war von allen Gerichten eigentlich der Gewinner für mich. Dafür habe ich basierend auf diesem Rezept die Gänsekarkassen kurz angeröstet. Anschließend kommen eine Zwiebel, Karotten, ein Apfel und verschiedene Gewürze (Lorbeerblätter, Thymian, Nelken, weißer Pfeffer) dazu. Dann wird alles mit einem Schluck Weißwein und ca. 2 Liter Wasser aufgegossen und darf 3 Stunden vor sich hinköcheln. Da die Suppe relativ fett und auch trüb ist, sollte man sie durch ein feines Sieb gießen und das Fett abschöpfen.

Die Suppe hat an sich schon wunderbar geschmeckt und hat auch als Basis für die Kürbissuppe gepasst, die wir ein paar Tage später gekocht haben.

Hundefutter

Von so einem delikaten Mahl soll natürlich auch Helix was haben! Die Innereien (Herz, Magen), das Fett, den Bürzel und die Flügerl (alles roh!) durfte er sich einverleiben.

Links für Helix, rechts für uns 😉

Und, hats bei euch heuer auch eine Gans gegeben? Wenn ja, selbst gemacht oder abgeholt? 😉

Nicht ganz ein Cheddar

Wie viele von euch wissen mag ich Käse und andere Milchprodukte sehr – so sehr, dass ich einige davon schon selber gemacht habe (verschiedene Käsesorten, Joghurt, Milchkefir). Einige davon findet ihr am Blog: Frischkäse, Blauschimmelkäse, und Grillkäse. Nach diesen weichen Käsesorten wollte ich mich mal an einen Hartkäse wagen.

Ausgangslage für meinen Versuch war dieses Cheddar-Rezept (englisches Youtube Video). Viele weitere Infos habe ich aus dem Buch “Käsen leicht gemacht”.

Im heutigen Artikel werde ich dir von meinem ersten Hartkäse berichten und versuchen dir allgemein die Schritte des Käse machens näher zu bringen.

Willst du wirklich genau diesen Käse nachmachen, lege ich dir außerdem nahe das oben verlinkte Rezept zu befolgen und dir das Video anzuschauen – bei vielen Schritten fand ich es hilfreich zu sehen wie die Molke / der Bruch / der Käse auschauen soll.

Zutaten

Man braucht nicht viele Zutaten um Käse zu machen. Im Wesentlichen braucht man Milch, die richtigen Bakterien, Lab und Salz.

Neben den Zutaten braucht man auch einiges an Equipment.

Milch

Die Milch sollte auf jeden Fall Vollmilch sein. Mehr Fett bedeutet mehr Käse. Es funktioniert mit frischer Rohmilch vom Bauern und Milch aus dem Supermarkt. Wenn du Milch aus dem Supermarkt verwendest, sollte nicht “länger frisch” drauf stehen. Für Frischkäse sollte man Rohmilch für etwa 5 Minuten auf über 70° Celcius erhitzen. Für Hartkäse ist das nicht notwendig, da der Käse lange genug reift um alle möglichen Keime zu töten.

Für diesen Käse habe ich 8,5L frische Rohmilch vom Bauern verwendet.

Mesophile Kultur

Um den Milchzucker in Milchsäure umzuwandeln, benötigt man Milchsäurebakterien – die mesophilen Kulturen. Je nach Käsesorte benötigt man andere Bakterien.

Für diesen Käse habe ich eine Messerspitze Choozit Alp D LYO verwendet.

Lab

Das Lab ist dafür zuständig die Gerinnung – also das Trennen der Molke vom Bruch – in Gang zu setzen. Man kann auch Essig (bereits erfolgreich getestet) verwenden, allerdings bin ich mir nicht sicher ob das gleich gut funktioniert wie mit Lab, und deshalb bin ich für diesen Käse auf Nummer sicher gegangen.

Dieses Mal habe ich Labtabletten verwendet, aber ich habe auch schon das Flüßiglab von kaese-selber verwendet. Da kommt es hauptsächlich darauf an was für einen praktischer ist. Es gibt übrigens auch mikrobielles Lab (vegetarisch).

Flüßiglab soll man in 1/4 Wasser auflösen, warum genau weiß ich nicht, aber eventuell mischt es sich dann besser mit der Milch. Bei Labtabletten einfach die Packungsangabe befolgen.

Calciumchlorid

Die Zugabe von Calciumchlorid ist optional, es hilft aber angeblich beim Gerinnen – also dem Trennen der Molke vom Bruch und wird auf jeden Fall empfohlen, wenn man pasteurisierte Milch aus dem Supermarkt verwendet. Mittlerweile gebe ich es immer dazu, ich habe aber auch schon ohne erfolgreich Käse gemacht.

Dieses Mal habe ich das Calciumchlorid von kaese-selber verwendet, man kann es aber auch in der Apotheke kaufen/bestellen.

Für Calciumchlorid gilt dasselbe wie für Lab: in 1/4 L Wasser auflösen bevor man es zur Milch gibt.

Käsesalz

Ich habe schon mehrmals den Begriff “Käsesalz” gelesen, was meines Wissens nach einfach uniodiertes Salz ist. Das Iod ist anscheinend nicht so gut für die Säurebakterien, allerdings hab ich auch schon mit normalem Salz erfolgreich Käse gemacht.

Phase 1 – Die Zutaten zusammen fügen

Wichtig! Jegliches Equipment ordentlich reinigen, z.B. in Essigwasser einlegen oder mit OXI-Reiniger reinigen.

Die Milch kultivieren: Die Milch wird je nach Rezept auf 31°C-35°C erwärmt. Verteile die Kultur auf der Oberfläche und lass sie 5 Minuten rehydrieren. Erwärme die Milch auf ~39°C und lass sie 40 Minuten zugedeckt rasten.

Nun kommt die Calciumchloridlösung hinzu [optional]. Gut mischen.

Mische nun die Lablösung in die Milch. Mische aber nicht länger als 2 Minuten, da das Lab nun schon zu arbeiten beginnt und der Bruch zerstört werden könnte. Lass die Milch weitere 40 Minuten zugedeckt rasten.

Nun kannst du überprüfen ob der Bruch bereit ist. Schneide mit einem scharfen Messer ein und drücke den Bruch zur Seite. Wenn die Molke gelb und klar ist, ist der Bruch bereit für den nächsten Schritt. Wenn die Molke noch trüb ist (vom Bruch), warte 10 Minuten und überprüfe die Klarheit ein weiteres Mal (wie das aussehen soll sieht man sehr gut im Video!).

Phase 2 – Bruch schneiden

Der Bruch wird nun in 1.25 cm große Würfel geschnitten (Info: die Größe variiert je nach Käsesorte, je fester der Käse werden soll, desto kleiner schneidet man den Bruch). Dafür gibt es spezielles Equipment aber ein scharfes Küchenmesser ist ausreichend.

Anschließend folgen ein paar Phasen in denen der Bruch rasten muss, dann wieder erwärmt wird und wieder rasten muss. Ich erspare dir die Details, da dies sowieso von der Käsesorte abhängig ist.

Phase 3 – Cheddaring, Milling, und Pressen

Im nächsten Schritt leert man Bruch und Molke nun durch ein Käsetuch um sie zu trennen.

Vom anschließenden Schritt hat der Cheddarkäse seinen Namen. Für die meisten anderen Käsesorten würde man nun schon den Bruch in die Käsepresse geben. Unterschiedliche Temperaturen und Zeiten in diesem Schritt sind ausschlaggebend für die Textur in unterschiedlichen Käsesorten.

Für Cheddar folgt nun das sogenannte “Cheddaring”: Der Molke”ball” wird in zwei Teile geschnitten und kommt zurück in den Topf. Die zwei Teile dürfen jetzt rasten und werden alle paar Minuten umgedreht.

Cheddaring

Der zweite Cheddar-spezifische Schritt ist das “Milling”: Dazu werden die halben Bälle in 5×1.25 cm große Stücke geschnitten und anschließend auseinander gebrochen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung warum man sie zuerst schneidet und dann kleiner bricht, aber vielleicht beeinflusst das die Textur. Nun wird das Salz hinzugegeben.

Milling

Nach den Schritten “Cheddaring” und “Milling” geht’s weiter wie bei jedem anderen Käse. Die gebrochenen Stücke kommen in eine Käseform, das mit einem Käsetuch ausgelegt worden ist und werden nun gepresst.

Ab in die Käseform!

Dieser Käse wird zuerst 1 Stunde mit 11kg gepresst, anschließend für 12 Stunden mit 22kg. Dazwischen wird er ausgepackt, umgedreht, und wieder eingepackt.

Da braucht’s schon ein paar Bücher und eine kleine Kettlebell um auf 22 kg zu kommen 🙂

Phase 4 – Luft trocknen und Reifen

Nach dem Pressen erinnert der Bruch schon an einen Käselaib. Dieser wird über mehrere Stunden luftgetrocknet.

Da dieser Käse keinen Weißschimmel oder eine Wachsschicht bekommt, muss er seine eigene Rinde bilden. Dazu wird er alle paar Tage mit Salzwasser (200g Salz auf 1L Wasser) bestrichen. Da er eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit braucht, habe ich ihn in eine größere Box mit Salzwasser gegeben und bei 10°C gelagert.

Nach 8 Wochen war es so weit und wir konnten ziemlich genau 1kg geschmacksintensiven Hartkäse ernten.

Alles auf einmal essen?

Da wir länger etwas von dem Käse haben wollten und nicht gleich alles auf einmal aufessen, haben wir die Hälfte vakuumiert und im Kühlschrank aufbewahrt. Als wir ihn nach ca. 3 Monaten angeschnitten haben, war er noch genauso gut wie die erste Hälfte!

Die Kurzfassung

Quasi jedes Käserezept lässt sich so zusammen fassen: Equipment reinigen, alles Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge bei bestimmten Temperaturen zur Milch geben; Bruch in rezept-spezifischer Größe schneiden (grundsätzlich gilt: kleinerer Würfel -> härterer Käse). Bruchwürfel pressen (mit oder ohne Gewicht je nach Endprodukt). Für alle Käse außer Frischkäse: Bei niedriger Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit reifen lassen.

Fazit

Ich bin echt zufrieden mit dem Ergebnis! Ich wusste natürlich nicht genau wie er werden würde, denn beim Käse machen gibt es so viele Parameter, die man zu Hause nicht wirklich kontrollieren kann (exakte Temperaturen, Milchqualität, Fettgehalt der Milch, …). Ich nehme es auch mit den Wartezeiten nicht ganz so genau, denn wer will denn scho um 3 Uhr in der Früh aufstehen um den Käse umzudrehen 😉 Aber wie ich aus meinem Käsebuch weiß, solange man sauber arbeitet und die Milch in Ordnung ist, wird es auf jeden Fall Käse, nur wird er jedes Mal etwas anders schmecken.

Was kannst du jetzt damit anfangen? Ich hoffe mal, dieser Artikel hat dir einen Einblick ins Käse machen verschafft. Es wird nicht gleich jeder einen Hartkäse versuchen wollen, aber wenn ich dein Interesse wecken konnte, könntest du ja mal mit einem Frischkäse, oder meinem Favoriten unter den Weichkäsen – einem Grillkäse, beginnen.

VW California Heckausbau – Cherry ist jetzt urlaubsreif

Vor einigen Wochen (bzw. Monaten) habe ich ja schon angekündigt, dass wir für unseren Campingbus Cherry eine Küche bauen wollen. Unsere Schottlandpläne sind leider ins Wasser gefallen (sollen aber nächstes Jahr nachgeholt werden), für unsere kurzen Campingtrips in Österreich brauchten/wollten wir aber trotzdem schon voll ausgestattet sein. Patrick hat deswegen Hundebox und Küche für unseren Bus geplant und wir haben in der Quarantäne (teilweise sogar am Balkon :)) gebastelt und gebaut.

Ich werde euch ein bisschen etwas über unsere Überlegungen bei der Planung, die verwendeten Materialien, und die einzelnen Komponenten unseres Heckausbaus erzählen.

Seid ihr auch mit eurem eigenen Fahrzeug unterwegs? Dann erzählt mir doch in den Kommentaren wie ihr euch es komfortabel macht!

Planung

Wichtig für uns war es unseren Campinggriller, unseren Kühlschrank, und die Faltspüle so unterzubringen, dass man sie aus dem Heck rausziehen kann. Weiters sollten der Wasserkanister mit Pumpe und alles was wir so zum Kochen brauchen, hinten im Camper Platz finden. Idealerweise sollte der Ausbau aus mehreren Teilen (“Kästen”) bestehen, damit man ihn auch noch relativ einfach ausbauen kann (wenn wir den Platz für etwas anderes brauchen oder weiter weg vom Auto kochen wollen). Die Höhe sollte genau der ausgezogenen Rückbank entsprechen, damit wir, falls wir mal unten schlafen, unseren Heckausbau, als Erweiterung der Liegefläche verwenden können.

Die größte Einschränkung war im wesentlichen die Größe des Kühlschranks, den wir entweder mit der langen Seite parallel zur Seitenwand oder zur Heckklappe stellen konnten. Variante 1 hätte uns eventuell einen dritten Kasten ermöglicht, in den wir Schubladen zum Verstauen von kleineren Dingen einbauen hätten können. Wir haben uns allerdings für Variante 2 entschieden und zwei Kästen gebaut.

Gebaut haben wir die Kästen aus Siebdruckplatten aus dem Baumarkt.

Wenn ihr selber so etwas Ähnliches für euren Camper bauen wollt und mehr Details braucht, könnt ihr euch übrigens gerne bei uns melden!

Links der Kasten mit dem Kühlschrank, rechts der Kasten für Gasgriller, Spüle, und Küchenzeugs.

Kühlschrankkasten mit Staufach

Der größere der zwei Kästen beherbergt den Kühlschrank und hat dahinter noch Stauraum für unsere Schlafsäcke oder Dinge, die wir seltener brauchen (z.B. unsere Slackline :D).

Ein tolles Feature unseres Kühlschrank ist, dass man ihn mit 12V (von der zweiten Autobatterie) oder 230V (wenn wir einem Campingplatz einen Stromanschluss haben) betreiben und er selbstständig zwischen den zwei Stromquellen umschalten kann.

Damit der Kühlschrank vollständig herausgezogen werden kann, befindet er sich in einer Wanne auf Schwerlastvollauszügen mit Arretierung.

Aus Platzgründen ist die Wanne nicht aus Holz sondern aus wenigen Millimeter dickem Aluminiumblech. Damit die Konstruktion nicht raus kippt wenn der Kühlschrank herausgezogen wird, wurde der Kasten mit T-Schrauben auf den Multivan-Schienen fixiert. Die T-Schrauben sind ebenfalls selbst gebaut, man kann sie aber auch hier bestellen.

Die T-Schraube steht durch das Langloch in der Kühlschrankbox.

Küchenkasten mit Griller und Spüle

In dem kleineren Kasten befinden sich unser Campinggriller und zwei Gaskartuschen, eine Spüle, und ein 12 L Kanister. Um fließendes Wasser zu haben, benötigten wir außerdem eine Pumpe, einen Wasserhahn, und diesen Einsatz für den Deckel.

Blick in die Küche – links der Wasserkanister und rechts die 2 Gaskartuschen.
Die “Etagen” mit Spüle und …
… Griller lassen sich separat herausziehen.
Boxen in verschiedenen Größen erleichtern uns das Verstauen und Sortieren von Geschirr, …

Um etwas Platz zu sparen haben wir zwischen Griller und Gaskartuschen an beiden Seiten einen Winkeladapter eingebaut.

Die Küche von hinten – hier seht ihr auch die Winkeladapter.

Ursprünglich wollten wir diesen Kasten auch auf den Schienen fest schrauben, aber es hat sich herausgestellt, dass die Antirutschmatte, die wir unter beiden Kästen ausgelegt haben, ausreichend ist, damit sich der kleinere Kasten keinen Millimeter mehr bewegt.

Die Antirutschmatte verhindert, dass die Kästen verrutschen und schützt den Boden.

Zusätzlicher Stauraum auf den Kästen

Zu Beginn hatten wir überlegt Vertiefungen in die Holzkästen zu fräsen und die Plastikboxen darauf anzubringen. Nach einigem Tüfteln ist uns eine einfachere und flexiblere Lösung zum Verstauen unseres Gepäcks eingefallen. An der Innenseite der Griffe, die Patrick in die Seiten der Kästen geschnitten hat, haben wir Gurtbänder (die ich normalerweise für Hundehalsbänder verwende) angebracht. Mit zwei angenähten D-Ringen und einem Gegenstück können wir (wie du auch auf früheren Fotos sehen kannst), Plastikboxen, die Picknickdecke und allerlei anderes Campingzubehör, verzurren. Zwischen den Kunststoffboxen und den Holzkästen liegt eine dünne Antirutschmatte damit sich nichts mehr bewegt.

Die Gurte sind in den Griffen des Kastens angetackert.
Eine recht einfache Lösung um unser Gepäck zu sichern.

Wie gefällt euch der Heckausbau für unseren VW California? Seid ihr selber mit einem ähnlichen Gefährt unterwegs oder überlegt euch einen Camper zuzulegen? Bei Fragen oder Anmerkungen lasst doch gerne ein Kommentar da!

Moussaka

Faschiertes, Kartoffeln, Käse? Wenn 3 meiner Lieblingszutaten zusammen kommen, werde ich eigentlich schon hellhörig. Moussaka steht schon länger auf unsere To-Cook-Liste, aber irgendwie haben wir’s tatsächlich noch nie gemacht. Unsere Recherche hat ergeben, dass die Hauptzutaten entweder Faschiertes und Kartoffeln, oder Kartoffeln und Auberginen sind. Da wir erst vor kurzem sehr positiv von einer Auberginen-Lasagne überrascht wurden (vielleicht werde ich noch darüber berichten), haben wir uns für ein Rezept entschieden, das Faschiertes, Kartoffel & Auberginen beinhaltet.

Zutaten

Ergibt 3-4 Portionen

  • 500 g gemischtes Faschiertes (im verlinkten Rezept war es Lamm)
  • 2 Auberginen (mehr zur Vorbereitung weiter unten)
  • 4 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 2 Knoblauchzehen, gepresst
  • Einige Oreganoblätter
  • Einige Minzeblätter
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Zimstange
  • 1 Dose Tomaten (stückig)
  • Parmesan
  • 1 EL Mehl
  • 2 TL Tomatenmark
  • Ketchup
  • Salz, Pfeffer
  • Olivenöl


Für die Sauce Mornay

Wikipedia: Sauce Mornay

  • 50g Butter
  • 50g Mehl
  • 400ml Milch
  • 25g Parmesan, gerieben
  • 1 TL Muskatnuss, gerieben

Auberginen vorbereiten

Um die bittere Flüßigkeit in den Auberginen los zu werden, werden sie in 0,5cm dicke Scheiben geschnitten und auf ein Blech oder einen Rost gelegt. Auf beiden Seiten ordentlich salzen und für mindestens 10 Minuten (bis zu einer Stunde) in die Sonne stellen. Die Flüßigkeit anschließend abspülen oder abtupfen.

Raus in die Sonne!

Zubereitung

Backrohr auf 200° vorheizen.

Zwiebel, Knoblauchzehen, Faschiertes, Oregano, Minze, Lorbeerblatt und Zimtstange in einer großen Pfanne für 10 Minuten anbraten. Das Faschierte dabei mit einem Kochlöffel zerteilen. Mehl, stückige Tomaten und Tomatenmark dazu geben. Ordentlich salzen und pfeffern und für 30 Minuten köcheln lassen.

Die vorbereiteten Auberginenscheiben werden mit reichlich Öl angebraten bis sie auf beiden Seiten schön braun sind.

Du solltest auf alle Fälle eines davon kosten 🙂

Die Kartoffeln vorkochen (mit Mikrowellenbeuteln ist das in wenigen Minuten erledigt) und in Scheiben schneiden.

Für die Mornay-Sauce (Bechamel-Sauce mit Parmesan, Muskatnuss und Ei) Butter schmelzen und Mehl einrühren. Für einige Sekunden kochen, schrittweise die Milch einrühren. Parmesan und Muskat dazu geben. Für 4-5 Minuten leicht köcheln lassen, dabei regelmäßig umrühren. Salzen und pfeffern.

Lorbeerblatt und Zimstange aus der Fleischsauce fischen. Je ein Drittel der Fleischsauce, der Kartoffelscheiben und der Auberginen übereinander schichten. Noch zweimal wiederholen und mit geriebenem Parmesan bestreuen. Für 30-40 Minuten backen bis der Käse schön knusprig wird.

Mahlzeit!

Sloppy Pie

Als wir vor Kurzem einen Shepherd’s Pie gebacken haben, kam uns die geniale Idee, alle unsere Lieblingszutaten/-gerichte zu einem neuen Gericht zu kombinieren: Eine Schicht Sloppy Joes, eine Schicht BBQ Sauerkraut und eine Schicht mit Käse überbackene Kartoffelscheiben.

Zutaten

(ergibt ca. 2 Portionen)

  • 1 Portion Sloppy Joes (im Wesentlichen Faschiertes mit Tomatensauce und einigen Gewürzen)
  • Sauerkraut
  • BBQ-Sauce(n)
  • 3 – 4 große Kartoffeln
  • Käse (z.B. Gouda)

Stage 1: Sloppy Joes

Für die erste Schicht haben wir eine Portion Sloppy Joes (Rezept) aus 300g gemischtem Faschierten vorbereitet. Dieses Mal habe ich die Menge wieder genauso wie im verlinkten Rezept zubereitet. Wir kochen dieses Gericht nämlich öfters und haben auch schon viel mit der Zusammensetzung der Zutaten (Curry, mehr/weniger Ketchup, Zwiebeln karamellisieren, reines Rinderfaschiertes, …) experimentiert, aber für den Sloppy Pie wollte ich die klassische Würzung verwenden.

Das kommt normalerweise in eines unserer Lieblingsgerichte – Sloppy Joes.

Stage 2: BBQ Sauerkraut

Man findet online sehr komplizierte Vorgehen um BBQ Sauerkaut zuzubereiten, dabei schmeckt es auf einfache Weise auch unglaublich: eine normale Portion Sauerkraut kochen, anschließend abseihen, eventuelle Gewürze (Lorbeerblätter, Wacholderbeeren) entfernen und mit ein paar Esslöffeln BBQ-Sauce vermischen. BBQ Sauerkraut eignet sich auch perfekt um übrig gebliebenes Sauerkraut oder BBQ-Saucen aufzubrauchen.

Hier kann man sicher noch etwas kreativer werden und Liquid Smoke, geräucherten Paprika oder geräuchertes Salz zum Würzen verwenden.

Stage 3: Kartoffel-Käse-Schicht

Für die Kartoffel-Käse-Schicht werden 3 bis 4 große Kartoffeln etwas vorgekocht und in dünne Scheiben geschnitten. Käse (wir haben Gouda verwendet, aber das ist dir überlassen) grob reiben.

Zusammenbau

Wenn ihr die 3 Schichten vorbereitet habt, könnt ihr mit dem Schlichten beginnen. Wie beim Shepherd’s Pie kommt jede Schicht nur einmal dran (im Gegensatz zu einer Lasagne) und zwar in der genannten Reihenfolge: Sloppy Joes, BBQ-Sauerkraut, Kartoffel-Käse-Schicht.

Der Pie kommt für ca. 30 Minuten bei 175°C ins Backrohr bis der Käse knusprig wird.

Mahlzeit!

Beef Jerky made in Austria

Wer schon mal in den USA war kennt es wahrscheinlich – das dünne, getrocknete Rindfleisch zum Knabbern, von dem man nicht genug bekommen kann. Da wir jedes Jahr zur Super Bowl Party irgendwelche Snacks mitnehmen (einmal gab es Maple-Bacon Cookies, zweimal schon Pretzel Bites mit Käse-Speck-Bier Dip), haben wir uns auch einmal an Beef Jerky versucht. Der erste Versuch ist gut gelungen, leider haben wir das Rezept dann lange nicht mehr gefunden. Nachdem es dann wieder aufgetaucht ist, habe ich letztes Jahr kurz vor Weihnachten eine weitere Charge erstellt.

Neben verschiedenen Gewürzen braucht man für Beef Jerky eine Menge Rindfleisch, da durch’s lange Trocknen nur ca. ein Drittel vom Gewicht übrigt bleibt. Unsere Internetrecherche ergab, dass Oberkeule, die auch für Rouladen verwendet wird, gut geeignet ist.

Würzung

Zum Würzen haben wir beide Male dieselbe Marinade, basierend auf diesem Rezept, verwendet (für ca. 1,5 kg Fleisch).

  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 2 EL Zucker
  • 4 EL Ketchup
  • 150 ml Soya
  • 3 TL Salz
  • Pfeffer
  • 150 ml Worcestersauce
  • 1 Schuss Liquid Smoke

Wenn ihr nicht alle Gewürze zu Hause habt oder etwas ausprobieren wollt, könnt ihr gerne auch variieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass man den Zucker durch Ahornsirup oder Honig ersetzen kann.

Das dünn, gegen die Faser geschnittene Fleisch, wird in dieser Marinade für mehrere Stunden eingelegt (im Kühlschrank). Zusätzlich haben wir manche der Stücke nach dem Marinieren mit weiteren Gewürzen oder Saucen gewürzt.

Dabei könnt ihr kreativ werden und Barbeque-Gewürzmischungen, Grillsaucen, Pfeffer, Sweet Chili Sauce, … verwenden. Bisher haben sich bei uns die Kombinationen Marinade + schwarzer Pfeffer und Marinade + Sweet Chili Sauce als Favoriten herausgestellt.

Charge 1 (Februar 2018)

Charge 2 (Dezember 2019)

Den Lachs habe ich nur ordentlich gesalzen. Das Ergebnis hat zwar gut geschmeckt aber die Streifen sind leider sehr leicht auseinander gebrochen (vielleicht hätte ich den Fisch in eine andere Richtung schneiden sollen).

Trocknen

Nach dem Marinieren und Würzen beginnt die Trocknungsphase. Wir machen das im Backrohr, sollte aber genauso gut in einem Dörrautomaten funktionieren. Im Backrohr reicht eine Temperatur von 50°C (Heißluft), da wir das Fleisch langsam trocknen möchten.

Wie ihr an den Fotos sehen könnt, haben wir das Fleisch beim ersten Versuch (und auch zu Beginn des zweiten Versuchs) über den Rost gehängt um so mehr Fleisch unterbringen zu können. Dabei wird das Fleisch aber relativ ungleichmäßig getrocknet. Beim zweiten Versuch habe ich das Fleisch nach einer Weile auf dem Rost ausgebreitet um das Jerky gleichmäßiger zu trocknen.

Beide Male war das Fleisch ca. 6-7 Stunden im Rohr aber ich glaube wenn man es von Anfang an am Rost (oder auf 2 Etagen) auflegt, ist das Jerky in 4-5 Stunden trocken.

Nach dem Trocknen sollte man mit dem Verzehr noch ein paar Tage warten, aber wenn man es gar nicht mehr erwarten kann, darf man natürlich schon eine Kostprobe nehmen 🙂 Das Jerky hält sich in einer luftdichten Dose über Monate, wir haben jetzt noch ein paar Stücke, die wir im Dezember gemacht haben. Wenn es zu fest/hart wird, einfach für ein paar Tage ein frisches Stück Brot mit in den Behälter legen, dann wird das Jerky wieder weicher.

Und, wie würzt ihr euer Jerky?

Darf ich vorstellen? Cherry aka “K” (unser neuer Bulli)

Wie ihr vielleicht letzten Sommer mitbekommen habt, waren wir nach unserem Urlaub auf der Suche nach einem Campingbus. Wir hatten eine ungefähre Vorstellung was wir wollten aber trotzdem noch viele Optionen. All unsere Überlegungen (irgendeinen Bus kaufen + Dachzelt drauf bauen, irgendeinen Bus kaufen + Hochstelldach nachrüsten lassen, …) führten trotzdem immer wieder dazu, dass uns der VW California Beach am besten gefällt und auch viele praktische Features hat.

Vor wenigen Wochen war es soweit: Wir haben den perfekten California gefunden und sind nun stolze Bulli-Besitzer!

Auto putzen wäre notwendig! ?

Allgemeines zum Bus

Unser Bus hat ein paar wichtige Features, die ich euch kurz zeigen möchte.

  • Luftstandheizung
  • Markise
  • Drehsessel
  • Hochstelldach
  • Rollos
  • Campingtisch/-sessel
  • Caliboard + Matratze/Topper
  • Frei verstellbare Rückbank
Im Bus ist es dank Lufstandheizung (ohne, dass der Motor läuft) zu jeder Jahreszeit kuschelig warm.
Mit der großen Markise hält man es auch im Sommer am Campingplatz gut aus. Man kann sie zu Demonstrationszwecken natürlich auch im Winter ausfahren.
Fahrer- und Beifahrersitz sind 180° drehbar.
Am Dach ist ausreichend Platz zum Schlafen.
Wenn man das Bett hochklappt kann man im Bus sogar stehen.
Die Rollos helfen sogar ein bisschen gegen die Kälte!
In der Schiebetür ist ein Campingtisch angebracht. Die Sessel befinden sich in der Heckklappe – so kann man sie nie vergessen und nehmen keinen Platz weg!
Jetzt ist da noch das Caliboard mit dem Topper drinnen.
Die Sitze kann man dank durchdachtem Design in im ganzen Bus verschieben und arretieren.

Nachrüsten

Da wir viel Zeit mit und in unserem Bus verbringen wollen, werden noch ein paar Dinge nachgerüstet. Irgendwann in nächster Zeit wollen wir ein Multifunktionslenkrad einbauen, wodurch wir dann Bedienelemente für den Radio und Bordcomputer und einen Tempomaten bekommen. Und wir werden eine Rückfahrkamera einbauen, die das Display unseres Radios bereits unterstützt.

Außerdem gibt es einiges an praktischem Zubehör, das wir dauerhaft bzw. für längere Urlaube in unserem Bus haben wollen:

  • Ein Universal-Ladegerät der Marke CTEK: Dieses Ladegerät kann neben der Batterieregeneration auch zur Erhaltung der Ladung und in einem Netzteilmodus verwendet werden, weswegen es bei Camperinnen und Campern beliebt ist.
  • Zusätzlich planen wir unseren Wechselrichter (der 12V auf 230V umwandeln kann) fix unter dem Beifahrersitz zu verbauen.
  • Ein Kompressorkühlschrank der Marke Mobicool

Da wir ja den California ohne Küche gekauft haben, aber wir im Sommerurlaub trotzdem auch am Campingplatz kochen möchten, brauchen wir die wichtigsten Dinge wie eine Kochgelegenheit, eine Spüle, einen Wassertank, … Damit alles möglichst flexibel ist und wir die (von Patrick bereits gebaute) Hundebox sowohl vorne als auch hinten im Bus transportieren können, benötigt dieses Vorhaben etwas Planung.

Die Hundebox

Die Hundebox ist höhenverstellbar, damit Helix, wenn sie vorne steht, gemütlich aufrecht sitzen kann, aber wenn wir Rückbank mal zum Schlafen brauchen, die Box auch hinten im Kofferraum unter dem Bett Platz findet. Helix darf dann natürlich trotzdem vorne im Auto am Teppich schlafen 🙂

Helix in seiner höhenverstellbaren Box.

Die Küche

Für die Küche haben wir uns schon eine Faltspüle, einen Wasserhahn, einen Kanister mit Pumpe und die oben erwähnte Kühlbox besorgt. Im Frühjahr kommt dann noch ein Campinggriller dazu. Damit wir diese Dinge gut verstauen können und Stauraum für weitere Sachen haben, will das gut durchdacht sein. Außerdem soll es möglich sein, die Küche zu Hause zu lassen und zum Beispiel nur mit Kühlschrank und Hundebox zu reisen, wenn wir nur ein paar Tage wegfahren. Wenn es soweit ist und die Küche einsatzbereit ist, gibt es auf jeden Fall ein Update 🙂

Urlaubspläne

Mit unserem Campingbus können wir ab jetzt sehr flexibel reisen. Einem spontanten Wochenendtrip oder einem Roadtrip ohne Hotels zu buchen steht nun nichts mehr im Wege. Unsere nächstes größeres Reiseziel steht auch schon fest: Schottland! Mit dem Bus soll es nach Amsterdam, dort mit der Fähre nach New Castle, und dann nach Schottland gehen. Mehr ist noch nicht geplant, aber wir werden euch auf dem Laufenden halten!

Die Restauration unseres Lesesessels

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich es nie geschafft euch von der Restaurierung unseres Lesesessels zu berichten. Eine Freundin (danke, Lisa!) hat mich sogar mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass ich nie ein fertiges Foto auf Instagram gepostet habe, sondern nur mal ein Foto im komplett zerlegten Zustand.

Da wir aber aktuell an einem größeren Projekt arbeiten, von dem ich euch auch bald berichten möchte, will ich euch nun heute erzählen wie unser Interesse am Polstern begonnen hat.

So begann es: Ein alter Lesesessel

So genau kann ich über die Herkunft meines Lesesessels nicht Auskunft geben, ich weiß nur, dass meine Großeltern ihn irgendwo (wahrscheinlich auf einem Flohmarkt) gekauft haben. Dann ist er ein paar Jahre als Lesesessel und (hauptsächlich) Kleiderablage in meinem Zimmer gestanden.

Ein bemitleidenswerter Lesesessel.

Wie Patrick und ich auf die Idee gekommen sind, den Sessel zu restaurieren, wissen wir beide nicht mehr, aber da wir gerne basteln und handwerken, und uns der Sessel wahrscheinlich leid tat, hat es sich halt so ergeben.

Tear Down

Im ersten Schritt musste alles alte runter – man könnte theoretisch die Federn wieder benutzen, aber nur wenn sie noch gerade stehen, was nicht mehr der Fall war. Und wir haben uns auch nicht ganz drüber getraut, die Federn wieder richtig zu schnüren 🙂

Zuerst haben wir die alten Gurte auf der Unterseite entfernt.
Unter dem Stoff verbirgt sich Polstervlies. Ob das schon immer grau war? ?
Da bleibt nicht mehr viel übrig außer altes Holz …

… und das will behandelt werden!

Holzbehandlung

Mit Zierklinge, Bandschleifer und Schleifpapier haben wir den alten Lack entfernt (links: vorher, rechts: nachher).
Mit selbst angerührtem Holz-Kitt (Schleifstaub & Holzleim) …
… haben wir Spalte an den alten Leimstellen ausgefüllt.
Damit wir ohne Federn wieder auf die gleiche Sitzhöhe kommen, haben wir einen Hilfsrahmen gebaut und mit dem Gestell verschraubt.
An einem schönen Tag haben wir die sichtbaren Stellen (Armlehnen und Füße) draußen mit Klarlackspray lackiert.

Material

Soweit wir uns erinnern können, haben wir die meisten Materialien (Stoff, Vlies, Schaumstoff, Gurte, Nägel) bei polstereibedarf-online.de bestellt. Als Garn habe ich Nylbond von Gütermann verwendet (ist mir in einem ehemaligen Handarbeitsgeschäft empfohlen worden). Nylbond ist wirklich extrem stark, aber ca. 3-4 mal so teuer wie normales Garn und meiner Meinung nach für solche Anwendungen nicht notwendig. Solange man keine Zeltplane fürs Auto oder sonstiges näht, reicht vermutliches anderes hochwertiges Garn 🙂

Wenn man dem Stoff nicht direkt im Geschäft kauft, soltle man immer ein paar Stoffmuster bestellen um ein Gefühl für das Material zu bekommen und die Farbe in natura zu sehen.

Gurtbespannung

Zuerst wird der Gurt an der Außenkante angenagelt (hier vom umgeschlagenen Gurt verdeckt), anschließend der Gurt umgeschlagen und noch mal angenagelt.

Da wir keinen Gurtspanner haben und alle Gurten gleich spannen wollten (wir haben elastische Gurten verwendet), haben wir die Spannung beim ersten Gurt ausprobiert und die Länge im lockeren Zustand abgemessen. Die gleiche Länge haben wir bei den darauf folgenden Gurten angezeichnet und bis zur Markierung zum Holzrahmen gespannt.

Die erste Seite vom Gurt ist immer einfach, bei der zweiten ist es hilfreich wenn eine zweite Person den Gurt in der richtigen Spannung hält.
So sieht die fertige Bespannung der Sitzfläche aus.

So ähnlich macht man es für die Lehne. Die fertige Bespannung seht ihr weiter unten bei einem Bild in “Neu einkleiden”.

Polstern

Ich glaube zwar, dass Polstern eigentlich den ganzen Prozess umschreibt, aber jetzt kommen die Schritt in denen wir dem Sessel wieder Figur verschafft haben. Wie oben schon erwähnt haben wir uns nicht drüber getraut Federn zu verwenden und diese neu zu spannen, weswegen wir Schaumstoffpolsterung verwendet haben.

Ein neumoderner Sessel? Nein, nur die Anprobe des Schaumstoffs.
Damit die Sitzfläche etwas dicker und schräg wird haben wir aus mehreren trapezförmigen Keilen eine zweite “Schicht” gebaut.
Sprühkleber im Einsatz.
Polstervlies (nun in weiß) gibt dem Sessel eine schönere Form.

Neu einkleiden

Da ich damals noch nicht so nähbegeistert war, hat uns eine Bekannte einen Teil für den Sessel genäht.
Die “Ummantelung” mit dem neuen Keder wird mal anprobiert. Und man sieht hier die Bespannung der Rückenlehne.
Wird das nicht schön?
Hier wird einfach ein Rechteck angelegt …
… und alles händisch mit einer runden Polsternadel angenäht.

Die Naht, die ich hier verwendet habe, wird im Video (das ich auch unten nochmal verlinkt habe), kurz gezeigt.

Fast fertig, aber es fehlt noch was für die maximale Gemütlichkeit!

Ein passender Hocker muss her!

Für die sichtbaren Füße hat Patrick das gleiche Holz (Buche) wie beim Sessel verwendet. Die Form hat er sich beim Sessel abgeschaut.
Die Sitzfläche besteht aus einer Holzplatte, Schaumstoff, Polstervlies und dem gleichen Stoff.
Ein farblich passender Hocker macht es nochmal gemütlicher.

Hab ich euer Interesse geweckt?

Falls euch das Thema nun auch interessiert, kann ich euch die Doku Handwerkskunst! Wie man einen Sessel polstert empfehlen. Die Dame erklärt viele interessante Details (die wir beim Sessel restaurieren teilweise nicht wussten oder auf die harte Tour lernen mussten) und hat sichtlich Spaß an ihrem Beruf. Ich hab beim Schauen auf jeden Fall Lust auf weitere Polstereiprojekte bekommen!

Zum Glück sind wir ja gerade an einem größeren Projekt dran – bald mehr dazu!

Shepherd’s Pie

Wie im letzten Artikel erwähnt, haben wir aus einem Teil des Lammhaxen auch einen Shepherd’s Pie gemacht. Das Gericht stand schon lange auf unserer Wunschliste und das Lammfleisch von unserem Bekannten bot die perfekte Gelegenheit. Wir haben rundherum das fettere Fleisch herunter geschnitten und mit unserem Fleischwolf grob faschiert.

Shepherd’s Pie besteht aus 2 Schichten: Lammfaschiertes mit Karotten und Erbsen, oben drauf Kartoffelpüree. Wir haben uns an diesem Rezept orientiert.

Zutaten

(ergibt 2 Portionen)

  • 300-400 g Lammfaschiertes
  • 1 Zwiebel, gewürfelt
  • 2-3 große Karotten, fein geschnitten
  • 200 g Tiefkühlerbsen
  • 2 EL Tomatenmark
  • 2 TL Worcestersauce
  • 1 TL Suppengewürz
  • Kartoffelpüree
  • Salz

Lamm-Gemüse-Mischung

Backofen auf 175 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Zwiebeln und Karotten in einer Pfanne bei mittlerer Hitze andünsten. Das Lammfleisch dazu geben und goldbraun anbraten. Im Originalrezept wird das überschüßige Fett weggegossen und durch Wasser ersetzt, aber da Fett ein wichtiger Geschmacksträger ist, haben wir diesen Schritt ausgelassen. Da wäre echt schade drum 🙂 Tomatenmark dazu geben und kurz mitrösten. TK-Erbsen ebenfalls in die Pfanne geben. Mit Suppengewürz, Worcestersauce und Salz abschmecken.

Shepherd’s Pie

Für den Pie kommt nun die Fleisch-Gemüse-Mischung in eine backofengeeignete Form. Darauf verteilt man das vorbereitete Kartoffelpüree.

Der Pie kommt nun für 20-25 Minuten ins Backrohr, bis das Fett an der Seite hochblubbert.

Mahlzeit!

Lammhaxe mit Schmorgemüse & Grieß-Knödel

Erst kürzlich haben Patrick und ich von einem Bekannten einen Lammhaxen bekommen. Einen Teil davon haben wir für Shepherd’s Pie verwendet (das Rezept kommt noch!), den anderen Teil haben wir als ganzes mit Schmorgemüse zubereitet. Außerdem gab es dazu Grießknödel und Rotkraut. Dieses Mal haben wir fertiges Rotkraut getestet, aber bei unserem Entenbrust-Rezept findet ihr auch unser Rotkraut.

Eines vorweg: Das Lamm ist ca. 2 Stunden (je nach Größe vielleicht sogar länger) im Rohr.

Lammhaxe mit Schmorgemüse

  • 1 Lammhaxen
  • Öl (wir haben Pflanzen- und Olivenöl gemischt)
  • Salz, Pfeffer
  • 4 EL Tomatenmark
  • 4 Knoblauchzehen
  • 2 Stiele Rosmarin
  • 4 Stiele Thymian
  • 3 große Karotten
  • Zitronensaft
  • 6-8 Schalotten

Backrohr auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Lammhaxe muss zuerst auf beiden Seiten angebraten werden. Wir haben uns eine extra Pfanne erspart und gleich die Backofenform auf die Herdplatte gestellt. Anschließend kommen ca. 500 ml heißes Wasser, Tomatenmark, Rosmarin, Thymian und die grob gehackten Knoblauchzehen dazu. Ein paar Minuten köcheln lassen.

Nun kommt die Backofenform ins Rohr. Damit das Fleisch saftig bleibt, haben wir die Form mit Alufolie zugedeckt.

Nach etwa einer Stunde kommen Karotten, Zitronensaft und Schalotten dazu. Anschließend bleibt das Lamm noch eine weitere Stunde im Rohr. Je nach erwünschtem Bräunungsgrad kann man 10-15 Minuten bevor das Lamm fertig ist, die Alufolie entfernen und auf Heißluft umschalten.

Grieß-Knödel

  • 500 g Kartoffeln
  • 70 g Grieß
  • 70 g Kartoffelstärke + etwas mehr zum walzen
  • ca. 2 TL Salz

Die Kartoffeln müssen gekocht und geschält werden. Wenn sie noch heiß sind, werden sie durch eine Kartoffelpresse gedrückt und anschließend vorsichtig (mit einem Löffel) mit Grieß und Kartoffelstärke vermischt. Aus dieser Masse werden ca. 14-15 Knödeln geformt.

Wir haben die Hälfte der Knödel in leicht kochendem, gesalzenem Wasser gekocht (ca. 20 Minuten) und den Rest (ungekocht) für ein anderes Mal eingefroren.

Mahlzeit!

Am besten gleich den ganzen Haxen auf den Tisch stellen 🙂

Die Haut hätte an einigen Stellen etwas knuspriger sein können aber das Fleisch war traumhaft saftig und ist von selbst vom Knochen gefallen!

Lamm mit Grießknödeln, Rotkraut und Gemüse
Mahlzeit!