VW California Heckausbau – Cherry ist jetzt urlaubsreif

Vor einigen Wochen (bzw. Monaten) habe ich ja schon angekündigt, dass wir für unseren Campingbus Cherry eine Küche bauen wollen. Unsere Schottlandpläne sind leider ins Wasser gefallen (sollen aber nächstes Jahr nachgeholt werden), für unsere kurzen Campingtrips in Österreich brauchten/wollten wir aber trotzdem schon voll ausgestattet sein. Patrick hat deswegen Hundebox und Küche für unseren Bus geplant und wir haben in der Quarantäne (teilweise sogar am Balkon :)) gebastelt und gebaut.

Ich werde euch ein bisschen etwas über unsere Überlegungen bei der Planung, die verwendeten Materialien, und die einzelnen Komponenten unseres Heckausbaus erzählen.

Seid ihr auch mit eurem eigenen Fahrzeug unterwegs? Dann erzählt mir doch in den Kommentaren wie ihr euch es komfortabel macht!

Planung

Wichtig für uns war es unseren Campinggriller, unseren Kühlschrank, und die Faltspüle so unterzubringen, dass man sie aus dem Heck rausziehen kann. Weiters sollten der Wasserkanister mit Pumpe und alles was wir so zum Kochen brauchen, hinten im Camper Platz finden. Idealerweise sollte der Ausbau aus mehreren Teilen (“Kästen”) bestehen, damit man ihn auch noch relativ einfach ausbauen kann (wenn wir den Platz für etwas anderes brauchen oder weiter weg vom Auto kochen wollen). Die Höhe sollte genau der ausgezogenen Rückbank entsprechen, damit wir, falls wir mal unten schlafen, unseren Heckausbau, als Erweiterung der Liegefläche verwenden können.

Die größte Einschränkung war im wesentlichen die Größe des Kühlschranks, den wir entweder mit der langen Seite parallel zur Seitenwand oder zur Heckklappe stellen konnten. Variante 1 hätte uns eventuell einen dritten Kasten ermöglicht, in den wir Schubladen zum Verstauen von kleineren Dingen einbauen hätten können. Wir haben uns allerdings für Variante 2 entschieden und zwei Kästen gebaut.

Gebaut haben wir die Kästen aus Siebdruckplatten aus dem Baumarkt.

Wenn ihr selber so etwas Ähnliches für euren Camper bauen wollt und mehr Details braucht, könnt ihr euch übrigens gerne bei uns melden!

Links der Kasten mit dem Kühlschrank, rechts der Kasten für Gasgriller, Spüle, und Küchenzeugs.

Kühlschrankkasten mit Staufach

Der größere der zwei Kästen beherbergt den Kühlschrank und hat dahinter noch Stauraum für unsere Schlafsäcke oder Dinge, die wir seltener brauchen (z.B. unsere Slackline :D).

Ein tolles Feature unseres Kühlschrank ist, dass man ihn mit 12V (von der zweiten Autobatterie) oder 230V (wenn wir einem Campingplatz einen Stromanschluss haben) betreiben und er selbstständig zwischen den zwei Stromquellen umschalten kann.

Damit der Kühlschrank vollständig herausgezogen werden kann, befindet er sich in einer Wanne auf Schwerlastvollauszügen mit Arretierung.

Aus Platzgründen ist die Wanne nicht aus Holz sondern aus wenigen Millimeter dickem Aluminiumblech. Damit die Konstruktion nicht raus kippt wenn der Kühlschrank herausgezogen wird, wurde der Kasten mit T-Schrauben auf den Multivan-Schienen fixiert. Die T-Schrauben sind ebenfalls selbst gebaut, man kann sie aber auch hier bestellen.

Die T-Schraube steht durch das Langloch in der Kühlschrankbox.

Küchenkasten mit Griller und Spüle

In dem kleineren Kasten befinden sich unser Campinggriller und zwei Gaskartuschen, eine Spüle, und ein 12 L Kanister. Um fließendes Wasser zu haben, benötigten wir außerdem eine Pumpe, einen Wasserhahn, und diesen Einsatz für den Deckel.

Blick in die Küche – links der Wasserkanister und rechts die 2 Gaskartuschen.
Die “Etagen” mit Spüle und …
… Griller lassen sich separat herausziehen.
Boxen in verschiedenen Größen erleichtern uns das Verstauen und Sortieren von Geschirr, …

Um etwas Platz zu sparen haben wir zwischen Griller und Gaskartuschen an beiden Seiten einen Winkeladapter eingebaut.

Die Küche von hinten – hier seht ihr auch die Winkeladapter.

Ursprünglich wollten wir diesen Kasten auch auf den Schienen fest schrauben, aber es hat sich herausgestellt, dass die Antirutschmatte, die wir unter beiden Kästen ausgelegt haben, ausreichend ist, damit sich der kleinere Kasten keinen Millimeter mehr bewegt.

Die Antirutschmatte verhindert, dass die Kästen verrutschen und schützt den Boden.

Zusätzlicher Stauraum auf den Kästen

Zu Beginn hatten wir überlegt Vertiefungen in die Holzkästen zu fräsen und die Plastikboxen darauf anzubringen. Nach einigem Tüfteln ist uns eine einfachere und flexiblere Lösung zum Verstauen unseres Gepäcks eingefallen. An der Innenseite der Griffe, die Patrick in die Seiten der Kästen geschnitten hat, haben wir Gurtbänder (die ich normalerweise für Hundehalsbänder verwende) angebracht. Mit zwei angenähten D-Ringen und einem Gegenstück können wir (wie du auch auf früheren Fotos sehen kannst), Plastikboxen, die Picknickdecke und allerlei anderes Campingzubehör, verzurren. Zwischen den Kunststoffboxen und den Holzkästen liegt eine dünne Antirutschmatte damit sich nichts mehr bewegt.

Die Gurte sind in den Griffen des Kastens angetackert.
Eine recht einfache Lösung um unser Gepäck zu sichern.

Wie gefällt euch der Heckausbau für unseren VW California? Seid ihr selber mit einem ähnlichen Gefährt unterwegs oder überlegt euch einen Camper zuzulegen? Bei Fragen oder Anmerkungen lasst doch gerne ein Kommentar da!

Darf ich vorstellen? Cherry aka “K” (unser neuer Bulli)

Wie ihr vielleicht letzten Sommer mitbekommen habt, waren wir nach unserem Urlaub auf der Suche nach einem Campingbus. Wir hatten eine ungefähre Vorstellung was wir wollten aber trotzdem noch viele Optionen. All unsere Überlegungen (irgendeinen Bus kaufen + Dachzelt drauf bauen, irgendeinen Bus kaufen + Hochstelldach nachrüsten lassen, …) führten trotzdem immer wieder dazu, dass uns der VW California Beach am besten gefällt und auch viele praktische Features hat.

Vor wenigen Wochen war es soweit: Wir haben den perfekten California gefunden und sind nun stolze Bulli-Besitzer!

Auto putzen wäre notwendig! ?

Allgemeines zum Bus

Unser Bus hat ein paar wichtige Features, die ich euch kurz zeigen möchte.

  • Luftstandheizung
  • Markise
  • Drehsessel
  • Hochstelldach
  • Rollos
  • Campingtisch/-sessel
  • Caliboard + Matratze/Topper
  • Frei verstellbare Rückbank
Im Bus ist es dank Lufstandheizung (ohne, dass der Motor läuft) zu jeder Jahreszeit kuschelig warm.
Mit der großen Markise hält man es auch im Sommer am Campingplatz gut aus. Man kann sie zu Demonstrationszwecken natürlich auch im Winter ausfahren.
Fahrer- und Beifahrersitz sind 180° drehbar.
Am Dach ist ausreichend Platz zum Schlafen.
Wenn man das Bett hochklappt kann man im Bus sogar stehen.
Die Rollos helfen sogar ein bisschen gegen die Kälte!
In der Schiebetür ist ein Campingtisch angebracht. Die Sessel befinden sich in der Heckklappe – so kann man sie nie vergessen und nehmen keinen Platz weg!
Jetzt ist da noch das Caliboard mit dem Topper drinnen.
Die Sitze kann man dank durchdachtem Design in im ganzen Bus verschieben und arretieren.

Nachrüsten

Da wir viel Zeit mit und in unserem Bus verbringen wollen, werden noch ein paar Dinge nachgerüstet. Irgendwann in nächster Zeit wollen wir ein Multifunktionslenkrad einbauen, wodurch wir dann Bedienelemente für den Radio und Bordcomputer und einen Tempomaten bekommen. Und wir werden eine Rückfahrkamera einbauen, die das Display unseres Radios bereits unterstützt.

Außerdem gibt es einiges an praktischem Zubehör, das wir dauerhaft bzw. für längere Urlaube in unserem Bus haben wollen:

  • Ein Universal-Ladegerät der Marke CTEK: Dieses Ladegerät kann neben der Batterieregeneration auch zur Erhaltung der Ladung und in einem Netzteilmodus verwendet werden, weswegen es bei Camperinnen und Campern beliebt ist.
  • Zusätzlich planen wir unseren Wechselrichter (der 12V auf 230V umwandeln kann) fix unter dem Beifahrersitz zu verbauen.
  • Ein Kompressorkühlschrank der Marke Mobicool

Da wir ja den California ohne Küche gekauft haben, aber wir im Sommerurlaub trotzdem auch am Campingplatz kochen möchten, brauchen wir die wichtigsten Dinge wie eine Kochgelegenheit, eine Spüle, einen Wassertank, … Damit alles möglichst flexibel ist und wir die (von Patrick bereits gebaute) Hundebox sowohl vorne als auch hinten im Bus transportieren können, benötigt dieses Vorhaben etwas Planung.

Die Hundebox

Die Hundebox ist höhenverstellbar, damit Helix, wenn sie vorne steht, gemütlich aufrecht sitzen kann, aber wenn wir Rückbank mal zum Schlafen brauchen, die Box auch hinten im Kofferraum unter dem Bett Platz findet. Helix darf dann natürlich trotzdem vorne im Auto am Teppich schlafen 🙂

Helix in seiner höhenverstellbaren Box.

Die Küche

Für die Küche haben wir uns schon eine Faltspüle, einen Wasserhahn, einen Kanister mit Pumpe und die oben erwähnte Kühlbox besorgt. Im Frühjahr kommt dann noch ein Campinggriller dazu. Damit wir diese Dinge gut verstauen können und Stauraum für weitere Sachen haben, will das gut durchdacht sein. Außerdem soll es möglich sein, die Küche zu Hause zu lassen und zum Beispiel nur mit Kühlschrank und Hundebox zu reisen, wenn wir nur ein paar Tage wegfahren. Wenn es soweit ist und die Küche einsatzbereit ist, gibt es auf jeden Fall ein Update 🙂

Urlaubspläne

Mit unserem Campingbus können wir ab jetzt sehr flexibel reisen. Einem spontanten Wochenendtrip oder einem Roadtrip ohne Hotels zu buchen steht nun nichts mehr im Wege. Unsere nächstes größeres Reiseziel steht auch schon fest: Schottland! Mit dem Bus soll es nach Amsterdam, dort mit der Fähre nach New Castle, und dann nach Schottland gehen. Mehr ist noch nicht geplant, aber wir werden euch auf dem Laufenden halten!

Die Restauration unseres Lesesessels

Ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich es nie geschafft euch von der Restaurierung unseres Lesesessels zu berichten. Eine Freundin (danke, Lisa!) hat mich sogar mehrmals darauf aufmerksam gemacht, dass ich nie ein fertiges Foto auf Instagram gepostet habe, sondern nur mal ein Foto im komplett zerlegten Zustand.

Da wir aber aktuell an einem größeren Projekt arbeiten, von dem ich euch auch bald berichten möchte, will ich euch nun heute erzählen wie unser Interesse am Polstern begonnen hat.

So begann es: Ein alter Lesesessel

So genau kann ich über die Herkunft meines Lesesessels nicht Auskunft geben, ich weiß nur, dass meine Großeltern ihn irgendwo (wahrscheinlich auf einem Flohmarkt) gekauft haben. Dann ist er ein paar Jahre als Lesesessel und (hauptsächlich) Kleiderablage in meinem Zimmer gestanden.

Ein bemitleidenswerter Lesesessel.

Wie Patrick und ich auf die Idee gekommen sind, den Sessel zu restaurieren, wissen wir beide nicht mehr, aber da wir gerne basteln und handwerken, und uns der Sessel wahrscheinlich leid tat, hat es sich halt so ergeben.

Tear Down

Im ersten Schritt musste alles alte runter – man könnte theoretisch die Federn wieder benutzen, aber nur wenn sie noch gerade stehen, was nicht mehr der Fall war. Und wir haben uns auch nicht ganz drüber getraut, die Federn wieder richtig zu schnüren 🙂

Zuerst haben wir die alten Gurte auf der Unterseite entfernt.
Unter dem Stoff verbirgt sich Polstervlies. Ob das schon immer grau war? ?
Da bleibt nicht mehr viel übrig außer altes Holz …

… und das will behandelt werden!

Holzbehandlung

Mit Zierklinge, Bandschleifer und Schleifpapier haben wir den alten Lack entfernt (links: vorher, rechts: nachher).
Mit selbst angerührtem Holz-Kitt (Schleifstaub & Holzleim) …
… haben wir Spalte an den alten Leimstellen ausgefüllt.
Damit wir ohne Federn wieder auf die gleiche Sitzhöhe kommen, haben wir einen Hilfsrahmen gebaut und mit dem Gestell verschraubt.
An einem schönen Tag haben wir die sichtbaren Stellen (Armlehnen und Füße) draußen mit Klarlackspray lackiert.

Material

Soweit wir uns erinnern können, haben wir die meisten Materialien (Stoff, Vlies, Schaumstoff, Gurte, Nägel) bei polstereibedarf-online.de bestellt. Als Garn habe ich Nylbond von Gütermann verwendet (ist mir in einem ehemaligen Handarbeitsgeschäft empfohlen worden). Nylbond ist wirklich extrem stark, aber ca. 3-4 mal so teuer wie normales Garn und meiner Meinung nach für solche Anwendungen nicht notwendig. Solange man keine Zeltplane fürs Auto oder sonstiges näht, reicht vermutliches anderes hochwertiges Garn 🙂

Wenn man dem Stoff nicht direkt im Geschäft kauft, soltle man immer ein paar Stoffmuster bestellen um ein Gefühl für das Material zu bekommen und die Farbe in natura zu sehen.

Gurtbespannung

Zuerst wird der Gurt an der Außenkante angenagelt (hier vom umgeschlagenen Gurt verdeckt), anschließend der Gurt umgeschlagen und noch mal angenagelt.

Da wir keinen Gurtspanner haben und alle Gurten gleich spannen wollten (wir haben elastische Gurten verwendet), haben wir die Spannung beim ersten Gurt ausprobiert und die Länge im lockeren Zustand abgemessen. Die gleiche Länge haben wir bei den darauf folgenden Gurten angezeichnet und bis zur Markierung zum Holzrahmen gespannt.

Die erste Seite vom Gurt ist immer einfach, bei der zweiten ist es hilfreich wenn eine zweite Person den Gurt in der richtigen Spannung hält.
So sieht die fertige Bespannung der Sitzfläche aus.

So ähnlich macht man es für die Lehne. Die fertige Bespannung seht ihr weiter unten bei einem Bild in “Neu einkleiden”.

Polstern

Ich glaube zwar, dass Polstern eigentlich den ganzen Prozess umschreibt, aber jetzt kommen die Schritt in denen wir dem Sessel wieder Figur verschafft haben. Wie oben schon erwähnt haben wir uns nicht drüber getraut Federn zu verwenden und diese neu zu spannen, weswegen wir Schaumstoffpolsterung verwendet haben.

Ein neumoderner Sessel? Nein, nur die Anprobe des Schaumstoffs.
Damit die Sitzfläche etwas dicker und schräg wird haben wir aus mehreren trapezförmigen Keilen eine zweite “Schicht” gebaut.
Sprühkleber im Einsatz.
Polstervlies (nun in weiß) gibt dem Sessel eine schönere Form.

Neu einkleiden

Da ich damals noch nicht so nähbegeistert war, hat uns eine Bekannte einen Teil für den Sessel genäht.
Die “Ummantelung” mit dem neuen Keder wird mal anprobiert. Und man sieht hier die Bespannung der Rückenlehne.
Wird das nicht schön?
Hier wird einfach ein Rechteck angelegt …
… und alles händisch mit einer runden Polsternadel angenäht.

Die Naht, die ich hier verwendet habe, wird im Video (das ich auch unten nochmal verlinkt habe), kurz gezeigt.

Fast fertig, aber es fehlt noch was für die maximale Gemütlichkeit!

Ein passender Hocker muss her!

Für die sichtbaren Füße hat Patrick das gleiche Holz (Buche) wie beim Sessel verwendet. Die Form hat er sich beim Sessel abgeschaut.
Die Sitzfläche besteht aus einer Holzplatte, Schaumstoff, Polstervlies und dem gleichen Stoff.
Ein farblich passender Hocker macht es nochmal gemütlicher.

Hab ich euer Interesse geweckt?

Falls euch das Thema nun auch interessiert, kann ich euch die Doku Handwerkskunst! Wie man einen Sessel polstert empfehlen. Die Dame erklärt viele interessante Details (die wir beim Sessel restaurieren teilweise nicht wussten oder auf die harte Tour lernen mussten) und hat sichtlich Spaß an ihrem Beruf. Ich hab beim Schauen auf jeden Fall Lust auf weitere Polstereiprojekte bekommen!

Zum Glück sind wir ja gerade an einem größeren Projekt dran – bald mehr dazu!

Holzmöbel ölen – für eine schönere Optik

Schon seit längerer Zeit gibt es bei mir am Blog die neue Kategorie DIY & Basteln, in der ich euch unsere Bastelprojekte vorstellen möchte. Begonnen habe ich mit einer Hülle aus Holz für mein Surface 3. Da es bei uns noch öfters Gebasteltes aus Holz geben wird, zeige ich euch, wie man Holz ölt (nur als Hinweis: Die Hülle für’s Tablet habe ich nicht geölt sondern mit Klarlack besprüht). Ihr bekommt eine kurze Einführung warum wir Möbel ölen, unser Öl-Rezept und eine Anleitung wie es am besten funktioniert.

Der halb geölte Tisch.
Auf der linken Seite ist der Tisch noch nicht geölt.

Warum ölen?

Die Gründe fürs Ölen ist der Oberflächenschutz (man kann den Tisch abwischen falls man etwas umleert) und die schönere Optik.

Unsere Ölmischung

Wir verwenden Sam-Maloof’s Öl-Wachsmischung aus der Oberflächenbibel von Dictum (die man übrigens hier downloaden kann). Der Vorteil gegenüber anderen Produkten (z.B. Danish Oil, Hartöl) ist, dass alle Bestandteile natürlich und auch für Kinderspielzeug geeignet sind.

  • 500 ml Leinöl
  • 500 ml Tungöl
  • 50 g Bienenwachs

Um die Mischung herzustellen erwärmt man das Leinöl auf 55° C und fügt das Bienenwchs hinzu. Nachdem sich das Bienenwachs aufgelöst hat, wird Tungöl untergerührt.

Die Oberflächenfibel von dictum.
Die Oberflächenfibel enthält praktische Tipps zum Ölen.

So werden Möbel geölt

Zum Ölen verwendet man am besten einen Stofffetzen der nicht fusselt. Ideal wäre Leinen aber wir verwenden oft alte T-Shirts. Das (abgekühlte!) Öl wird mit viel Druck einmassiert. Die Mischung braucht relativ lange um einzuziehen. Falls sich die Poren zu sehr aufstellen, kann nach dem ersten Durchgang ein Zwischenschliff und weiteres Ölen notwendig sein. Nach dem dritten Auftrag (wobei das Werkstück jedes Mal weniger Öl aufnimmt) entwickelt sich ein leichter seidenmatter Glanz. Wir tragen immer so viele Schichten auf bis wir mit dem Ergebnis zufrieden sind. Durch das Bienenwachs erhält die Oberfläche einen höheren Glanz als mit einer reinen Ölmischung, man darf sich jedoch keine Oberfläche wit mit Danish Oil oder Hartöl erwarten.

Tipp: Wenn ihr die Möbel direkt im Wohnzimmer ölt, Karton unterlegen 😉

Patrick ölt unseren Wohnzimmertisch mit einem alten Stofffetzen.
Man verwendet zum Ölen eine alten Stofffetzen.

Fazit

Wir haben diese Öl-Mischung für unseren Wohnzimmertisch und unsere beiden Schreibtische verwendet und sind sehr zufrieden. Auch wenn man Gläser ohne Untersetzer verwendet oder mal etwas umschüttet, kann man den Tisch einfach abwischen und es bleiben keine Ränder zurück.

Die Katzentante näht jetzt auch: Episode 1

Die Katzentante kocht, reist, ist technik-begeistert, bastelt gelegentlich – und jetzt näht sie auch noch?! Wie aus der Hassbeziehung zur Nähmaschine quasi eine Sucht geworden ist, was ich in den letzten zwei Monaten schon alles dazu gelernet habe und meine ersten Projekte könnt ihr im aktuellen Blogpost nachlesen.

Die holprigen Anfänge

Begonnen hat meine Näh-Reise nicht mit dem dringenden Wunsch zu nähen, sondern damit, dass ich mit den Hosentaschen von Frauenhosen unzufrieden bin. Unzufrieden ist ein milder Ausdruck – wenn du mich mal richtig zürnend erleben willst: sprich mich auf Hosentaschen an 😉 Ich habe viele Nachmittage in verschiedensten Bekleidungsgeschäften verbracht um eine brauchbare Hose zu finden – immer erfolglos. Was mache ich mit einer Hose, in der ich mein Handy nicht einstecken kann? Ich erspare euch jetzt weitere Hasstiraden (es kommt sicher noch ein weiterer Artikel über Hosentaschen) und spule weiter vor. Irgendwann habe ich dann entschieden das Problem selber anzugehen und meine existierenden Hosen (alle mit zu kleinen Hosentaschen), selber zu “reparieren”. 

Ran ans Werk! Für die ersten Versuche habe ich die Nähmaschinen von der Schwiegeroma und die einer Freundin verwendet, doch nichts hat richtig funktioniert. 4 Lagen Stoff waren schon das Höchste der Gefühle und so richtig gleichmäßig und gerade wurde auch nichts. 

Dann zweifelte ich erstmal an meinen Fähigkeiten und legte meine Hosentaschenverbesserungsversuche auf Eis. So richtig losgelassen hat mich das ganze nicht und ich habe immer ein bisschen recherchiert. Ausschlaggebend war dann für mich ein Blogpost (wenn ich den wieder finde, verlinke ich ihn hier!) in dem eine Nählehrerin geschrieben hat, dass jeder nähen lernen kann und dass es bei den Leuten in ihren Nähkursen immer an der schlechten Nähmaschine gescheitert ist!

Bei einem Cocktailabend mit Schwester und Schwägerin habe ich mal wieder über Hosentaschen geschimpft und dass es irgendwie super wäre, wenn man das Problem selber beheben könnte.

Und tada, am nächsten Vormittag schickt mir die Schwägerin eine Nachricht, dass es beim Diskonter eine Nähmaschine im Angebot gibt. Das konnte eigentlich kein Zufall mehr sein und ich glaubte schon ans Schicksal, weswegen ich nach nur kurzem Überlegen entschieden habe, dass das meine Nähmaschine werden würde.

Die Nähmaschine vom Diskonter

Fadeneinfädler, Knopflochfunktion, Knopfannähfunktion, brauchbare Nähgeschwindigkeiten, viele verschiedene Nähfüße, zig Stiche – was will man mehr? Gleich mal eine Hosentasche genäht und ich war begeistert – so eine tolle Nähmaschine! Das Nähfieber hat mich gepackt und mein Lager an Zubehör und Stoffen und meine Liste an Ideen ist immer länger geworden.

Typische Anfängeprojekte sind Polster (vor allem Hunde beschweren sich nicht über schiefe Nähte), Utensilos und Nähkissen.

Kein Wunderwerk, aber immerhin Platz für ein Handy…
Die ersten Hosentaschen in Planung…
Ein Nähkissen und ein Utensilo für Näh”müll”.
Hundepolster sind immer erwünscht.
Passende Polster für unseren selbst überzogenen Sessel.

Besonders stolz bin ich auf das neue Halsband für Helix 🙂

Für einfache Sachen wie Polster aus Baumwollstoffen und auch zum Jeans kürzen (viel einfacher als gedacht), ist eine Nähmaschine vom Diskonter meiner Meinung nach(*) vollkommen ausreichend. Bei schwierigeren Projekten als den hier vorgestellten (darüber werde ich mal extra berichten), bin ich allerdings an die Grenzen der Maschine gestoßen. Vor allem mehrere Lagen dicker Jersey-Stoff scheinen ihr den Gar auszumachen 😉

(*) Wenn man mit Nähprofis und Verfechtern von teureren Maschine spricht, haben solche Maschinen gar keine Daseinsberechtigung.

Nach wenigen Wochen merkt man auch schon wie es um die Qualität so einer Maschine steht – gar nicht gut. Zumindest nicht, wenn man so wie ich plötzlich 3-4 mal in der Woche verschiedenste Materialien (Oxford-Gewebe, dicke Jersey-Stoffe, dicke Gummibänder, Jeansstoff, …) näht. Die Maschine ist auch schon lauter geworden und zum Beispiel der Fadeneinfädler ist immer wieder runter gefallen. Um lange eine Freude am Nähen zu haben, habe ich mich deshalb entschlossen die Nähmaschine innerhalb der 3-Monate Frist noch zurück zu geben und mich für eine passendere Maschine zu entscheiden.

Die Katzentante näht weiter: Episode 2

Die Suche nach der neuen Nähmaschine – schwieriger als gedacht. Lange Internetrecherchen haben mich zu dem Schluss gebracht, dass es für jede Marke unendlich viele positive und negative Meinungen gibt. Man bekommt nur einen ungefähren Überblick welche Funktionen es überhaupt gibt. Deswegen ging es dann zum lokalen Nähmaschinenexperten Lampl, der mich top beraten hat und mir meine neue Pfaff-Maschine verkauft hat.

Mit dieser Maschine und dem tollen Zubehör werde ich lange eine Freude haben.

Aber dazu in einem weiteren Blogpost mehr, ich hab schon lange genug geschwafelt 🙂

Surface Cover Marke Eigenbau

Vielleicht könnt ihr euch ja noch an das Surface 3 erinnern, das ich vor 1,5 Jahre bei einem Gewinnspiel auf der AmbassadorBase gewonnen habe, erinnern? Da es schön langsam sichtbare Kratzspuren auf der Rückseite bekommen hat und ich nicht immer meine Hülle dabei habe, habe ich beschlossen ein Cover dafür zu basteln. Patrick hatte noch einiges an schönem Furnierholz von einem seiner Projekte übrig (vielleicht berichtet er ja mal darüber 😉 ) und er hat mir einige Tipps gegeben und einiges gezeigt, da definitiv er der Holzwurm von uns beiden ist.

Materialien

Furnierholz (0,5 mm)
1 Blatt starkes Papier
Doppelseitiges Klebeband
Kreppband
Lackspray

Werkzeug

Stanley-Messer
Schere
Furniermesser und/oder Furniersäge
Ständerbohrmaschine
Bandsäge
Bleistift
Stahllineal

Surface Cover basteln

Im ersten Schritt habe ich das Tablet auf ein Blatt starkes Papier gelegt und den Umriss nachgezogen. Die Vorlage habe ich dann ausgeschnitten. Beim Aufzeichnen und Schneiden sollte man schon ziemlich genau arbeiten.

Unser Furnierholz war etwa 15 cm breit und lang genug für mehrere Tablet Cover. Deshalb haben wir zuerst 2 Streifen herunter geschnitten, die genau die Länge vom Tablet haben (zum Anzeichnen kann man natürlich die Schablone verwenden).

Dieser Schnitt ist quer zur Holzmaserung. Zum Schneiden legt man am besten ein Stahllineal an die Linie und verwendet ein Furniermesser oder eine Furniersäge.

Anschließend wird die Breite mit Hilfe der Schablone eingezeichnet. Damit beim Schneiden mit der Bandsäge nichts einreißt, haben wir zuvor ein Paketband an die betroffene Stelle geklebt (außerdem sieht man den Bleistift besser und kann ihn spurlos wieder entfernen).

Ich beim Surface Cover basteln!
Hoch konzentriert!

Dieser Schnitt wird wie schon erwähnt mit der Bandsäge durchgeführt. Das haben wir deshalb so gemacht, weil der Schnitt entlang der Maserung verläuft und dadurch die Gefahr, dass das Messer sich “vergeht”, recht groß ist.

Beim Herunterziehen des Klebebandes muss man ganz vorsichtig sein, damit man nicht zu viele Holzfasern heraus reißt.

Ich ziehe das Klebeband ganz vorsichtig herunter.
Das Klebeband vorsichtig herunter ziehen.

Anschließend kann man die Ecken mit Bleistift nachziehen. Für das runde Eck haben wir dann nicht die große Schablone genommen (da waren die Ecken nicht gleichmäßig genug), sondern haben noch extra eine Schablone mit dem richtigen Radius gezeichnet und neu ausgeschnitten. Anschließend wird die Rundung auf des Holz übertragen und am besten mit einer Schere ausgeschnitten. Vorsichtig, sonst muss man noch mal ein Furnierstück herunter schneiden 😉

Der schwierigste Teil war es, das Loch für die Kamera und das Mikrofon auszuschneiden. Dabei muss man aufpassen, dass man es auf der richtigen Seite anzeichnet 😉 Auch hier habe ich wieder Klebeband darüber geklebt, damit beim Bohren nichts einreißt. Patrick hat dann die beiden Löcher mit der Ständerbohrmaschine mit einem 5 bzw. 1 mm Bohrer gebohrt. Wichtig ist dabei eine hohe Drehzahl zu wählen, und das Furnierstück zwischen zwei Holzstücke (Reste zum Wegwerfen) zu klemmen, damit nichts ausreißt.

Patrick passt die erste Hälfte an!
Patrick passt die erste Hälfte an!

Zum Befestigen haben wir einfach ganz dünnes doppelseitiges Klebeband verwendet. 2 Streifen waren etwas breiter als ein Furnierstück, den Rest kann man einfach mit dem Stanley-Messer oder der Schere wegschneiden. Beim Aufkleben ist es am einfachsten wenn man auf einer Seite beginnt und das Klebeband in die andere Richtung ausstreift damit keine Blasen entstehen.

Patrick beim Surface Cover basteln.
Doppelseitiges Klebeband.

Vor dem Aufkleben hat Patrick die Furnier noch mit Klarlack besprüht. Das Wichtigste dabei ist der richtige Abstand (steht auf der Dose aber so in etwa 30 cm) und dass man große Bewegungen macht, damit man nie zu lange auf eine Stelle sprüht. Danach muss man im Normalfall 24 Stunden warten.

Beim Aufkleben muss man natürlich aufpassen, dass es links und rechts passt, aber auch, dass das Scharnier noch gut aufgeht. Deswegen habe ich vorher den Fuß aufgeklappt.

Klüger wäre es gewesen zuerst den Teil mit dem Kameraloch aufzukleben, damit dieser genau passt. Man muss aber so oder so an der Kante mit den eckigen Ecken ein bisschen was wegfeilen, damit die Seiten oben und unten genau abschließen.

Hier ist Genauigkeit gefragt.

Aufpassen, dass man es genau an den Rand klebt.

Das Tablet mit einer Hälfte des Covers.
Wup, Teil 1!

Das Tablet mit dem vollständigen Cover.
Wup, Teil 2!

So wird dein Mini-Van zum Campingmobil!

Kurz vor unserer Abreise hatte Patrick noch die super Idee, dass wir aus unserem Auto eigentlich ein Campingmobil machen könnten. Dass wir eine Matratze mitnehmen würden war sowieso klar, da im Auto relativ viel Platz ist, wenn man die hinteren Sitze herausnimmt. Problematisch war da eigentlich nur die Stufe (im Fußraum der Rücksitze) und dass wir am Abend immer hin und her räumen müssten, damit auf der Matratze Platz zum Schlafen wäre.

Aus ein wenig Holz und mit den geeigneten Werkzeugen lässt sich aber relativ schnell (3-4 Stunden) ein Bett bauen unter dem man Klappboxen mit Campingzubehör, Zelt, Schlafsäcke, Campingsessel usw. verstauen kann. In unserem Auto (Renault Scénic) geht es sich sogar genau aus, links vom Bett den Campingkühlschrank hin zu stellen, für den es hinten sogar eine Zigarettenanzünderbuchse gibt um ihn mit Strom zu versorgen.

Falls euch interessiert womit wir in der Zwischenzeit unterwegs sind (dieser Artikel ist ja nun schon 5 Jahre alt), schaut doch zu diesem Artikel, in dem ich unseren Bulli vorstelle oder zu unserem Heckausbau.

Materialien

Holz (Pfosten und Bretter, z.B. Sichtschalung)
Schrauben
Schnur
altes Leintuch
Wäscheklammern

Werkzeuge

Akkuschrauber
Kreissäge
Hobelmaschine
Ständerbohrmaschine

Und so haben wir den Camping Van gebaut

Als erstes haben wir die Sitze so eingestellt, wie wir sie zum Fahren brauchen. Unsere Messungen haben ergeben, dass sich ein Gestell mit einer Länge von 1.60 m ausgeht. Nach ein paar groben Überlegungen haben wir uns auf die Suche nach übrigem Holz gemacht und sind am Heuboden fündig geworden:

  • ein Pfosten mit den Maßen 180 x 20 x 5 (cm)
  • 3 Sichtschallungsbretter mit einer Tiefe von 20 cm und einer Länge von 3-4 m

Camping Van - Patrick's Skizze (pp)
Patrick’s Skizze (pp)

Den Pfosten haben wir mit der Hobelmaschine auf eine Dicke von 48 mm gehobelt und dann mit der Kreissäge in 4 Teile zu je 46 mm geschnitten. Aufgrund unserer Abmessungen benötigten wir dann je 2 Stücke zu 1600 mm (Teil A), 394 mm (Teil B), 804 mm (Teil C) und 214 mm (Teil D).

Als nächsten Schritt werden in Teil A an beiden Seiten 2 Löcher gebohrt und dann die Füße vom Bett (Teil B und Teil C) fest geschraubt. Diesen Schritt wiederholt man mit den anderen 3 Teilen A, B und C.

Anschließend muss man Löcher für die Querstreben in die fertigen Seitenteile bohren. Hinten (vom Auto aus gesehen) haben wir die Querstrebe 54 cm herein versetzt, dann haben unter dem Bett genau zwei Klappboxen Platz. Vorne haben wir die Querstrebe gleich nach den Füßen festgeschraubt.

Camping Van - Kleiderschrank im Kofferraum
Kleiderschrank

Als nächstes werden die Bretter auf eine Länge von 90 cm abgeschnitten. 3 Bretter werden einfach von unten mit einer Leiste zusammen gemacht, und auf das Bett gelegt, damit man die Klappboxen gut erreichen kann. Die anderen Bretter werden nach der Reihe aufs Bett geschraubt (unser Bretter haben Nut und Feder und man braucht ein Brett mehr, da man ca. 2 cm pro Brett verliert).

Camping Van - Gemütliches Campingbett!
Gemütliches Campingbett!

Camping Van - Campingkühlschrank
Campingkühlschrank

Camping Van - Test sitzen ;)
Test sitzen 😉

Camping Van - Stromverteiler
Stromverteiler

Camping Van - Navi mit Halterung
Navi mit Halterung

Camping Van - Küche
Küche

Camping Van - Büro
Büro

Vorhang

Damit unser Campingmobil noch etwas kuscheliger wird und uns nachts nicht plötzlich ein Elch hereinschaut, haben wir uns noch aus zwei alten Leintüchern einen Vorhang gebastelt. An den Haltegriffen über den Fenstern und vorne haben wir eine Schnur befestigt. Ein Leintuch wurde halbiert und dient jetzt rechts und links mit Wäscheklammern befestigt als Vorhang. Ein weiteres Leintuch befestigen wir einfach im Spalt der Heckklappe.

Jetzt brauchen wir nur noch abends bevor wir schlafen gehen die Sitze nach vorne schieben und es ergibt sich eine Liegefläche von 180 cm, eindeutig ausreichend für uns. Dieser Plan lässt sich sicher leicht auf andere Autos umbauen, indem man einfach die richtigen Maße ermittelt.

Fertig ist der Camping Van!