Nicht ganz ein Cheddar

Wie viele von euch wissen mag ich Käse und andere Milchprodukte sehr – so sehr, dass ich einige davon schon selber gemacht habe (verschiedene Käsesorten, Joghurt, Milchkefir). Einige davon findet ihr am Blog: Frischkäse, Blauschimmelkäse, und Grillkäse. Nach diesen weichen Käsesorten wollte ich mich mal an einen Hartkäse wagen.

Ausgangslage für meinen Versuch war dieses Cheddar-Rezept (englisches Youtube Video). Viele weitere Infos habe ich aus dem Buch “Käsen leicht gemacht”.

Im heutigen Artikel werde ich dir von meinem ersten Hartkäse berichten und versuchen dir allgemein die Schritte des Käse machens näher zu bringen.

Willst du wirklich genau diesen Käse nachmachen, lege ich dir außerdem nahe das oben verlinkte Rezept zu befolgen und dir das Video anzuschauen – bei vielen Schritten fand ich es hilfreich zu sehen wie die Molke / der Bruch / der Käse auschauen soll.

Zutaten

Man braucht nicht viele Zutaten um Käse zu machen. Im Wesentlichen braucht man Milch, die richtigen Bakterien, Lab und Salz.

Neben den Zutaten braucht man auch einiges an Equipment.

Milch

Die Milch sollte auf jeden Fall Vollmilch sein. Mehr Fett bedeutet mehr Käse. Es funktioniert mit frischer Rohmilch vom Bauern und Milch aus dem Supermarkt. Wenn du Milch aus dem Supermarkt verwendest, sollte nicht “länger frisch” drauf stehen. Für Frischkäse sollte man Rohmilch für etwa 5 Minuten auf über 70° Celcius erhitzen. Für Hartkäse ist das nicht notwendig, da der Käse lange genug reift um alle möglichen Keime zu töten.

Für diesen Käse habe ich 8,5L frische Rohmilch vom Bauern verwendet.

Mesophile Kultur

Um den Milchzucker in Milchsäure umzuwandeln, benötigt man Milchsäurebakterien – die mesophilen Kulturen. Je nach Käsesorte benötigt man andere Bakterien.

Für diesen Käse habe ich eine Messerspitze Choozit Alp D LYO verwendet.

Lab

Das Lab ist dafür zuständig die Gerinnung – also das Trennen der Molke vom Bruch – in Gang zu setzen. Man kann auch Essig (bereits erfolgreich getestet) verwenden, allerdings bin ich mir nicht sicher ob das gleich gut funktioniert wie mit Lab, und deshalb bin ich für diesen Käse auf Nummer sicher gegangen.

Dieses Mal habe ich Labtabletten verwendet, aber ich habe auch schon das Flüßiglab von kaese-selber verwendet. Da kommt es hauptsächlich darauf an was für einen praktischer ist. Es gibt übrigens auch mikrobielles Lab (vegetarisch).

Flüßiglab soll man in 1/4 Wasser auflösen, warum genau weiß ich nicht, aber eventuell mischt es sich dann besser mit der Milch. Bei Labtabletten einfach die Packungsangabe befolgen.

Calciumchlorid

Die Zugabe von Calciumchlorid ist optional, es hilft aber angeblich beim Gerinnen – also dem Trennen der Molke vom Bruch und wird auf jeden Fall empfohlen, wenn man pasteurisierte Milch aus dem Supermarkt verwendet. Mittlerweile gebe ich es immer dazu, ich habe aber auch schon ohne erfolgreich Käse gemacht.

Dieses Mal habe ich das Calciumchlorid von kaese-selber verwendet, man kann es aber auch in der Apotheke kaufen/bestellen.

Für Calciumchlorid gilt dasselbe wie für Lab: in 1/4 L Wasser auflösen bevor man es zur Milch gibt.

Käsesalz

Ich habe schon mehrmals den Begriff “Käsesalz” gelesen, was meines Wissens nach einfach uniodiertes Salz ist. Das Iod ist anscheinend nicht so gut für die Säurebakterien, allerdings hab ich auch schon mit normalem Salz erfolgreich Käse gemacht.

Phase 1 – Die Zutaten zusammen fügen

Wichtig! Jegliches Equipment ordentlich reinigen, z.B. in Essigwasser einlegen oder mit OXI-Reiniger reinigen.

Die Milch kultivieren: Die Milch wird je nach Rezept auf 31°C-35°C erwärmt. Verteile die Kultur auf der Oberfläche und lass sie 5 Minuten rehydrieren. Erwärme die Milch auf ~39°C und lass sie 40 Minuten zugedeckt rasten.

Nun kommt die Calciumchloridlösung hinzu [optional]. Gut mischen.

Mische nun die Lablösung in die Milch. Mische aber nicht länger als 2 Minuten, da das Lab nun schon zu arbeiten beginnt und der Bruch zerstört werden könnte. Lass die Milch weitere 40 Minuten zugedeckt rasten.

Nun kannst du überprüfen ob der Bruch bereit ist. Schneide mit einem scharfen Messer ein und drücke den Bruch zur Seite. Wenn die Molke gelb und klar ist, ist der Bruch bereit für den nächsten Schritt. Wenn die Molke noch trüb ist (vom Bruch), warte 10 Minuten und überprüfe die Klarheit ein weiteres Mal (wie das aussehen soll sieht man sehr gut im Video!).

Phase 2 – Bruch schneiden

Der Bruch wird nun in 1.25 cm große Würfel geschnitten (Info: die Größe variiert je nach Käsesorte, je fester der Käse werden soll, desto kleiner schneidet man den Bruch). Dafür gibt es spezielles Equipment aber ein scharfes Küchenmesser ist ausreichend.

Anschließend folgen ein paar Phasen in denen der Bruch rasten muss, dann wieder erwärmt wird und wieder rasten muss. Ich erspare dir die Details, da dies sowieso von der Käsesorte abhängig ist.

Phase 3 – Cheddaring, Milling, und Pressen

Im nächsten Schritt leert man Bruch und Molke nun durch ein Käsetuch um sie zu trennen.

Vom anschließenden Schritt hat der Cheddarkäse seinen Namen. Für die meisten anderen Käsesorten würde man nun schon den Bruch in die Käsepresse geben. Unterschiedliche Temperaturen und Zeiten in diesem Schritt sind ausschlaggebend für die Textur in unterschiedlichen Käsesorten.

Für Cheddar folgt nun das sogenannte “Cheddaring”: Der Molke”ball” wird in zwei Teile geschnitten und kommt zurück in den Topf. Die zwei Teile dürfen jetzt rasten und werden alle paar Minuten umgedreht.

Cheddaring

Der zweite Cheddar-spezifische Schritt ist das “Milling”: Dazu werden die halben Bälle in 5×1.25 cm große Stücke geschnitten und anschließend auseinander gebrochen. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung warum man sie zuerst schneidet und dann kleiner bricht, aber vielleicht beeinflusst das die Textur. Nun wird das Salz hinzugegeben.

Milling

Nach den Schritten “Cheddaring” und “Milling” geht’s weiter wie bei jedem anderen Käse. Die gebrochenen Stücke kommen in eine Käseform, das mit einem Käsetuch ausgelegt worden ist und werden nun gepresst.

Ab in die Käseform!

Dieser Käse wird zuerst 1 Stunde mit 11kg gepresst, anschließend für 12 Stunden mit 22kg. Dazwischen wird er ausgepackt, umgedreht, und wieder eingepackt.

Da braucht’s schon ein paar Bücher und eine kleine Kettlebell um auf 22 kg zu kommen 🙂

Phase 4 – Luft trocknen und Reifen

Nach dem Pressen erinnert der Bruch schon an einen Käselaib. Dieser wird über mehrere Stunden luftgetrocknet.

Da dieser Käse keinen Weißschimmel oder eine Wachsschicht bekommt, muss er seine eigene Rinde bilden. Dazu wird er alle paar Tage mit Salzwasser (200g Salz auf 1L Wasser) bestrichen. Da er eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit braucht, habe ich ihn in eine größere Box mit Salzwasser gegeben und bei 10°C gelagert.

Nach 8 Wochen war es so weit und wir konnten ziemlich genau 1kg geschmacksintensiven Hartkäse ernten.

Alles auf einmal essen?

Da wir länger etwas von dem Käse haben wollten und nicht gleich alles auf einmal aufessen, haben wir die Hälfte vakuumiert und im Kühlschrank aufbewahrt. Als wir ihn nach ca. 3 Monaten angeschnitten haben, war er noch genauso gut wie die erste Hälfte!

Die Kurzfassung

Quasi jedes Käserezept lässt sich so zusammen fassen: Equipment reinigen, alles Zutaten in einer bestimmten Reihenfolge bei bestimmten Temperaturen zur Milch geben; Bruch in rezept-spezifischer Größe schneiden (grundsätzlich gilt: kleinerer Würfel -> härterer Käse). Bruchwürfel pressen (mit oder ohne Gewicht je nach Endprodukt). Für alle Käse außer Frischkäse: Bei niedriger Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit reifen lassen.

Fazit

Ich bin echt zufrieden mit dem Ergebnis! Ich wusste natürlich nicht genau wie er werden würde, denn beim Käse machen gibt es so viele Parameter, die man zu Hause nicht wirklich kontrollieren kann (exakte Temperaturen, Milchqualität, Fettgehalt der Milch, …). Ich nehme es auch mit den Wartezeiten nicht ganz so genau, denn wer will denn scho um 3 Uhr in der Früh aufstehen um den Käse umzudrehen 😉 Aber wie ich aus meinem Käsebuch weiß, solange man sauber arbeitet und die Milch in Ordnung ist, wird es auf jeden Fall Käse, nur wird er jedes Mal etwas anders schmecken.

Was kannst du jetzt damit anfangen? Ich hoffe mal, dieser Artikel hat dir einen Einblick ins Käse machen verschafft. Es wird nicht gleich jeder einen Hartkäse versuchen wollen, aber wenn ich dein Interesse wecken konnte, könntest du ja mal mit einem Frischkäse, oder meinem Favoriten unter den Weichkäsen – einem Grillkäse, beginnen.

Blauschimmelkäse

Ein schon länger von mir geplantes Projekt war es Blauschimmelkäse selber zu machen. Ende letztens Jahres war es dann endlich so weit! Ich habe mir alle Zutaten auf kaese-selber.de besorgt und das Blauschimmelkäse-Rezept probiert. Der Versuch dauert zwar 2-3 Wochen bis man das Ergebnis kosten kann, aber es war ein voller Erfolg!

Von der Webseite habe ich nun schon einige Rezepte gemacht, da es für Anfänger sehr ausführlich erklärt ist, doch sind einige Dinge meiner Meinung nach nicht notwendig. Auch wird viel Zubehör angepriesen, das man nicht wirklich braucht. Meine nächsten Käse-Experimente werde ich daher wie im Buch Käsen beschrieben machen.

Zutaten für die Blauschimmelkäse-Herstellung

5 L Milch
1 Becher Schlagobers
1 ml (ca. 40 Tropfen) Calciumchlorid
1/2 TL (0,5 g) TME Kultur
1/2 TL (0,5 g) PCR Penicillium Roqueforti (Blauschimmel)
1 ml (ca. 40 Tropfen) Lab
Salz
1/2 TL PC Penicillium Candidum (Weißschimmel)

Alle Zutaten für die Blauschimmelkäse-Herstellung.
Alle Zutaten für die Blauschimmelkäse-Herstellung.

Die wichtigste Zutat: Milch

Die Milchmenge erscheint vielleicht viel, aber es fällt viel Molke weg und am Schluss werden ca. 600 g Käse überbleiben. Wichtig ist, dass die Milch möglichst viel Fett hat (mind. 3,5%) und eine normale Vollmich (nicht “länger frisch”) ist. Wenn möglich kann man auch darauf achten, dass es eine Heumilch ist. Wenn sie noch nicht pasteurisiert ist, sollte man das selber machen.

Die Kultur

Eigentlich bräuchte man für das Rezept eine TME Kultur (wie oben angegeben), ich habe mich allerdings verlesen und ME-Kultur verwendet.

1/2 TL == 0,5g?

Als ich die Kulturen mit dem Teelöffel abgemessen habe, musste ich feststellen, dass die Mengenangaben nicht ganz schlüssig sind. Es war angegeben 1/2 TL oder 0,5 g, doch ist ein halber Teelöffel viel mehr als ein halbes Gramm. Da ich keine Feinwaage habe und auf Nummer Sicher gehen wollte habe ich mich dann an die Angabe 1/2 TL gehalten.

Zubehör

1 großen Kochtopf (etwas mehr als 5 L)
Thermometer
Einen Bruchschneider (es genügt auch ein langes Messer)
Eine Käseharfe für horizontale Schnitte (ich habe mir etwas aus Draht gebastelt)
Käseformen mit Pressdeckel (oder Frischhaltefolie)
Reifebox
Metallspieß

Die Reifebox

Man kann im Internet Reifeboxen für zu Hause kaufen, das ist aber meiner Meinung nach nicht notwendig. Wenn man neben den teuren Zutaten auch noch 50 Euro für eine Reifebox investiert, wird der Spaß echt teuer 😉 Ich habe zufällig einen großen Plastikbehälter, der sich ganz einfach auf eine Reifebox umbauen ließ. Mit umgedrehten Eiswürfelbehältern und einem Gitter, dass bei dem Behälter dabei war, konnte ich die perfekten Reifebedingungen schaffen (weiter unten kommt dann ein Bild).

Die Käseformen

Die Käseformen sollten laut Anleitung gerade sein. Ich hatte nur konische (oben breiter als unten) zu Hause und das hat auch wunderbar funktioniert. Da ich für meine Käseformen keine Pressdeckel mehr hatte, habe ich sie mit Frischhaltefolie umwickelt.

Und so geht’s!

Schlagobers und Milch in den Topf geben und auf 35°C erwärmen. Dabei immer wieder umrühren, da sonst unten die Milch zu warm wird und oben noch kalt ist.

Ca. 40 Tropfen Calciumchlorid in wenig (ca. 1 EL) kaltem Wasser auflösen und zur Milch geben. Das verbessert angeblich die Gallertfähigkeit.

Nun wird 1/2 TL TME Kultur und 1/2 TL PCR Penicillium Roqueforti (Blauschimmel) der Milch hinzugeben und gut verrührt.

Nun lässt du den Käse 45-60 Minuten vorreifen.

Das Blauschimmelpulver schwimmt auf der Milch.
Mehr Blauschimmel braucht es nicht.

Anschließend soll die Milch wieder auf 35°C erwärmt werden. Dann gibst du 40 Tropfen Lab in etwas kaltes Wasser und rührst es in die Milch. Nach dem Rühren muss die Milch sofort still gelegt werden.

Eine gute halbe Stunde später sollte das Lab schon Arbeit verrichtet haben. Mit einem Bruchschneider oder einem Messer schneidest du das “Gel” in 0,5-1cm breite Säulen. Nach weiteren 10 Minuten werden die Säulen mit einem speziellen Bruchschneider in Würfel geschnitten. Ich hatte damals das passende Zubehör noch nicht und hab einen sterilen Draht verwendet.

Der geschnittene Käsebruch.
Mehr oder wenig gerade Schnitte.

Jetzt rührst du für 90 Minuten alle 15 Minuten vorsichtig um.

Zum Abfüllen in die Käseformen sollte die Flüßigkeit wieder auf 35°C erwärmt werden. Das habe ich allerdings vergessen. Ich weiß nicht, was es ändert, eventuell löst sich dann die Molke besser vom Rest und ergibt mehr Käse. Funktioniert hat es aber trotzdem 🙂 Mit einem Schöpflöffel und einem Schaumlöffel haben wir zu zweit die Käseformen befüllt. Den Schaumlöffel haben wir deswegen verwendet, damit gleich möglichst viel Molke zurück bleibt. Auch wenn man es vielleicht von anderen Käsen kennt, sollte hier kein Druck auf die Käseformen ausgeübt werden, denn der Blauschimmel braucht Kanäle um zu wachsen. Die Formen habe ich mit Frischhaltefolie oben zu gemacht und auf das Gitter in die Reifebox gestellt. Die Frischhaltefolie (oder wenn man einen Deckel hat) braucht man, weil die Formen mehrmals umgedreht werden müssen. Ich vermute das macht man damit die Molke gleichmäßiger abfließen kann.

Das erste Mal wendet man die Form nach 60 Minuten. Dann weitere drei mal nach je 30 Minuten. Danach soll der Käse noch weitere 7-10 Stunden abtropfen.

Der Käse in den Käseformen.

Der Käse ist nun in der Käseform und mit Frischhaltefolie zugedeckt.
Frischhaltefolie funktioniert auch, wenn man keinen Deckel mehr hat.

Ich mit meiner "Reifebox".
Die Vorfreude ist groß!

Am nächsten Tag nimmst du den Käse aus den Formen. Überschüssige Ränder solltest du weg schneiden. Jetzt schneidest du den Käse in ca 2 cm dicke Scheiben. Dabei solltest du vorsichtig sein, da sonst einzelne Brösel abbrechen können. Laut Rezept würden nun 10 g Salz reichen um den Käse einzusalzen. Ich bin mit dieser Menge nicht weit gekommen und habe einfach nach Gefühl mehr verwendet. Dem Geschmack schadet es sicher nicht, eher im Gegenteil. Dazu streust du einfach Salz auf alle Seiten des Käses und verstreichst es gut. Um die runde Außenseite zu salzen kannst du den Käse vorsichtig auf einem salzigen Brett rollen. Anschließend kommt der Käse wieder für wenige Stunden in den Kühlschrank.

8 schöne Käselaibe in der Box.

Damit der Blauschimmelkäse genug Luft zum Wachsen hat, sticht man mit einem Metallspieß rundherum Löcher in den Käselaib (du musst nicht durchstechen). Ich habe auf allen Seiten im Abstand von ca 1,5-2 cm Löcher gestochen. Wahrscheinlich hätten es noch mehr sein können. Auch dabei muss man wieder aufpassen, dass man nicht zu viel abbröselt.

Der "Luftkanalstecher" - einfach ein Metallspießchen.

Rundherum werden Löcher in die Laibchen gestochen.

Im letzten Schritt vor der Reifung wird der Weißschimmel aufgetragen. Das Pulver wird in etwas Wasser aufgelöst. Ich habe wie in der Anleitung 250 ml Wasser verwendet, aber das war viel zu viel und ich musste dann einiges an Bakterien wegschütten. Die Hälfte an Wasser reicht auch. Die Bakterien pinselst du vorsichtig auf alle Seiten der Käselaibe. Es sollte nie zu viel auf einmal auf den Käse tropfen damit die Kanäle des Blauschimmels nicht verstopft werden.

Als Reifebox habe ich eine große Aufbewahrungsbox verwendet. Da war praktischerweise auch ein Gitter dabei, auf das ich die Käselaibe stellen konnte. Unten kommt etwas destilliertes Wasser mit Salz rein. Damit der Käse nicht im Wasser steht, habe ich umgedrehte Eiswürfelformen untergelegt. Den Deckel habe ich dann einfach darauf gelegt (ohne Gummidichtung). So konnte ich die erforderliche Luftfeuchtigkeit (ca. 90%) problemlos erreichen. Zum Reifen habe ich den Käse dann ins Kellerabteil gestellt.

Nun muss man nur noch den Käse alle zwei Tage wenden (ich vermute das trägt zum gleichmäßigeren Schimmelwachstum bei). Bei mir hat es ca. 14-18 Tage gedauert aber je nach Umgegungstemperatur (wenn es wärmer ist), kann es auch schneller gehen. Ab Tag 12 habe ich den Käse gekostet und die letzten Laibe dann am 18. Tag geerntet. Ob er fertig ist, kann man anhand von Schimmelrasen und Geruch entscheiden 🙂

Die Reifebox mit den Käselaibchen.
Unten kommt etwas destilliertes Wasser mit Salz rein.

Ein fertiger Käse auf einem Jausenbrett.

Ein angeschnittener Käse auf dem Jausenbrett.
Die erste Portion habe ich nur 12 Tage reifen lassen, deswegen ist innen noch ein fester Kern.

Ein angeschnittener Käse auf dem Jausenbrett.

Ein angeschnittener Käse mit gut sichtbarem Blauschimmelkanal.
Hier sieht man wunderschön den Blauschimmelkanal.

Grandma’s Apfelstrudel Recipe

An Apfelstrudel is a typical Austrian recipe. I made one some time ago with grandma and took pictures for the blog. Every Austrian knows the recipe (or asks their grandma), so there is no point in publishing it in German. Since my blog also has many English readers who might enjoy baking, I plan to post some very traditional baking recipes in English in the future. Please enjoy grandma’s Apfelstrudel recipe!

The Apfelstrudel dough

200 g cake flour
1/2 tea spoon salt
1 table spoon oil
1/2 tea spoon vinegar
1/8 L water (half a cup), lukewarm

Put flour, water (warm!), oil, vinegar and salt in a bowl and mix it with a spoon. Afterwards knead the dough until it’s shiny. Split it into three equally sized parts and roll them until they are round balls. Spread oil on them, cover with a dishtowel and let it rest for 30 minutes.

Apfelstrudel dough.
Perfectly formed!

The filling

8-10 apples
130 g bread crumbs
70 g butter
70 g caster sugar
1 tea spoon vanilla sugar
cinnamon
milk
raisins

For a proper Apfelstrudel apples from your own garden are the best. But you can also buy them 😉 Peel and core them, then cut them into small pieces.

Roast the bread crumbs in a coated pan (without fat). Later add melted butter (for this I use the microwave), sugar and vanilla sugar.

Apples from the garden
Apples from the garden.

Preheat the oven to 180°C.

For this dough you don’t need a rolling pin. It should be pulled apart with your hands until it is so thin that you can look through it. To make the process easier, grandma puts the dough on a dishtowel before pulling it out. This step “ausziehen” is the reason for the name “ausgezogener Apfelstrudel” (pulled out Apfelstrudel).

Pulling apart of the Strudel dough.
Pull the strudel dough apart.

Distribute the filling and the apples evenly on the dough. Spread some cinnamon on the filling. Optionally also add raisins (I don’t like them but traditionally they are part of the recipe). We usually make two with raisins and one without raisins.

Apples distributed on the dough

Fold in two opposite edges (3-4 cm on each side) to keep the filling inside the roll. Then roll the Strudel in the orthogonal direction. To make the rolling easier, use the dishtowel in the same fashion as rolling Sushi with a bamboo mat.

Repeat these steps for the other two Strudels. Put them next to each other into a baking dish and brush them with melted butter.

After about 30 minutes (when the dough starts to get brown), pour hot milk over the Strudels. Bake for another 30 minutes (at least) until the dough is brown and crunchy. Enjoy!

Apfelstrudel before baking

Milk is poured over the strudel.
Pour milk for more awesomeness.

The result of grandma's apfelstrudel recipe
Enjoy!

May 1st in Austria

Besides the International Workers’ day (also called May Day) Austrians (and also people from some other countries) use May 1st to erect a maypole and celebrate! All my Austrian and German blog readers know the tradition, so I thought I’d share the impressions of this years maypole event in English on my blog.

The tradition

The tradition of having a maypole in Austria or Germany dates back to the 16th century. The tradition is not celebrated the same everywhere, but where I live (Upper Austria), people erect the Maibaum (“maytree”, maypole) usually on May 1st or a few days earlier. It’s usually decorated using wreaths and garlands made from pine tree branches, flowers made from crêpe paper (red or white), has a pine tree at its top and Austrian flags. The may pole might also be painted red and white. The process of making all the flowers, wreaths and decoration usually takes a couple of days. On the day of the event, people come together and finish decorating the tree, afterwards its put up using “forks” (long poles with a fork-like tip). For our tree we made a hole, but some people even have a fixed rack in the ground especially for the maypole. Afterwards people sit together and drink, so it’s a very social event!

It’s also typical that the maypole gets stolen in the middle of the night by another group of people. We were lucky, our maypole is still here 🙂

About the tree

This years tree was a gift. It is a real barkless tree trunk and it was dried for about one year. How high is a maypole?, you might wonder. This one is 20 m (~65 ft). Using a tractor and manpower it was transported to the place where it was decorated.

The tree is transported to its destination - May 1st Austria.

The tree is transported to its destination - May 1st Austria.

The tree is transported to its destination - May 1st Austria.

The tree is transported to its destination - May 1st Austria.

The tree is transported to its destination - May 1st Austria.

The process of erecting the tree

The hole was made a few weeks ago using a digger. Unfortunately it was very wet in the last days, so it was full with water and mud. It had to be digged again manually!

The hole for the Maypole.
The hole for the tree.

Flowers made from crêpe paper.
Flowers made from crêpe paper.

All the decoration was made in the days before the event. We had flowers made from crêpe paper (called “Roserl”, denominative of rose), garlands out of pine tree branches, Austrian flags, a pine tree on top and large wreaths.

A garland made out of pine needle branches.
Decoration for the tree.

A pine tree is fixed on top of the may pole.
A pine tree is fixed on top of the may pole.

Red and white crêpe paper is fixed on the tree.
Red and white crêpe paper is fixed on the tree.

The garland is fixed on the tree.
The garland is fixed on the tree.

To fix the wreaths on the tree metal rings are screwed into the pole. They have specified distances and there is even a handwritten manual how to assemble the tree (IKEA?!)

Patrick is fixing the metal ring.
The metal ring is used to fix the decoration rings.

A wreath made from pine tree branches.

A wreath made from pine tree branches.

A wreath made from pine tree branches.

People decorating the wreaths in red and white.
Decoration of the wreaths!

The wreaths are fixed on the pole.

When everything is decorated, the tree is put into position, which is right in front of the whole. It is put up iteratively using long poles with ropes and “forks”.

The pole is put into position.
The pole is put into position.

The may pole is erected using forks and poles.

The may pole is erected using forks and poles.

The may pole is erected using forks and poles.

The may pole is erected using forks and poles.

The may pole is erected using forks and poles.

The may pole is erected using forks and poles.

After that I helped holding a fork so there is some time without pictures. But I guess you can imagine how it looked 😉

The may pole!
May can start! 😀

Impressions

Besides documenting the whole process I also used the time to play around with our new lens! I love the pictures!

Weihnachtsmenü mal anders

Da Weihnachten immer näher rückt, habe ich mir mit Lena von Lenalicious überlegt was wir als alternatives Weihnachtsmenü anbieten können. Warum alternativ? Weihnachten ist neben dem Fest der Liebe auch ein bisschen das Fest der Völlerei. Am 24. gibt es Bratwürstel bis zum Umfallen, am 25. Speck- und Bratlbrote (auch bis zum Umfallen) und dann wird spätestens Silvester noch mal schnell Raclette und Fondue gemacht (spätestens dann kann man sich wirklich nicht mehr bewegen). Dazwischen noch Kekse! Ich liebe das alles aber wie wäre es denn mal mit einem Menü, nachdem man nicht dieses ungute Gefühl im Bauch hat, das meistens von zu viel Fett und schwerem Essen kommt? Wir haben ein etwas anderes Weihnachtsmenü für euch zusammengestellt – vegetarisch und glutenfrei.

Falls ihr den Start unseres Projekts verpasst habt, hier geht es zur Mission: Österreichische Küche mit Lenalicious.

Lena stellt sich die Frage ob das auch für Fleischesser wie mich ein denkbares Weihnachtsmenü ist. Diese Frage werde ich euch beantworten, nachdem ich euch unsere Rezepte vorgestellt habe!

Alle Angaben sind für 2 Portionen gerechnet.

Hier geht’s zu dem Beitrag auf Lena’s Blog!

Zwiebelsuppe

Ich hatte Lust mal Zwiebelsuppe zu probieren und deswegen war das dann auch einer meiner Suppenvorschläge für unser Weihnachtsmenü. Lena war sofort begeistert, da man für die Suppe nur wenige regionale Produkte benötigt und man einige der Zutaten auch für den zweiten Gang benötigt, was einem den Einkauf erleichtert. Das Rezept und die super Umsetzung unserer Vorspeise kommen von Lena.

Zutaten

200 g Zwiebel, weiß (die Menge entspricht etwa 2 mittelgroßen Zwiebelknollen)
1 mittelgroße Kartoffel
1 EL Butter oder Öl (für die vegane Variante)
1 TL frisch gemörserte Koriandersamen 
1/2 Gemüse-Suppenwürfel oder 1 gestrichenen EL Suppenwürze
1 TL (Roh)rohrzucker 
1 Schuss Apfelessig 
2 Lorbeerblätter
etwas frisch gemahlener (bunter) Pfeffer
Wasser (je nach Bedarf)
optional: Salz

Zubereitung

Schäle die Zwiebeln und schneide sie in feine Ringe. Gib die Butter in einen Topf und lasse sie schmelzen. Füge die Zwiebelringe und die gemörserten Koriandersamen hinzu und brate die Zwiebeln bei mittlerer Temperatur, bis sie glasig sind. 

Schäle in der Zwischenzeit die Kartoffel und reibe sie ganz fein. 

Gib den Zucker zu den Zwiebeln, lasse ihn kurz karamellisieren und rühre dann die geriebene Kartoffel ein. Brate alles noch einmal kräftig an, bevor du das Gemüse mit etwas Wasser ablöscht. Würze die Suppe nun mit dem Lorbeerblatt, dem Essig und der Suppenwürze, gib eine weitere, kleine Tasse Wasser hinzu und lasse die Suppe bei schwacher Hitze etwa 10 Minuten vor sich hinköcheln (Die Menge des Wassers ist abhängig vom Gemüse und von deinem individuellen Geschmack.).

Schmecke die Suppe ggf. mit Salz und etwas Pfeffer ab und serviere sie heiß.

Hinweis: Bei den klassischen Rezepten serviert man die Suppe mit einer Scheibe Baguette – überbacken mit (Blauschimmel)käse. Wir haben uns bewusst dagegen entschieden, da unser Menü glutenfrei ist und wir der Meinung sind, dass wir in der Weihnachtszeit ohnehin sehr schnell von den vielen Kohlenhydraten und Fett übersättigt werden. Aber: Feel free, fühl dich frei, das Käse-Baguette dennoch mit auf den Teller zu geben, die

Suppe schmeckt mit und ohne sehr gut.

Eine leckere Portion Zwiebelsuppe.
Eine leckere Portion Zwiebelsuppe.

Gefüllter Kürbis

Kürbis ist im Herbst und im Winter eines meiner Lieblingszutaten. Man kann damit Suppe, Süßes und Pikantes machen und das finde ich super. Dieses mal füllen wir den Kürbis mit Hirse und einer tollen Gewürzmischung (oder Garam Masala, wenn ihr es zu Hause habt).

Zutaten

1 Hokkaido-Kürbis (ca. 800 g)
1 kleine Tasse Hirse
3 Gewürznelken
1 Zwiebel
etwas Öl zum Anbraten
2 EL Sesam
Salz
frische Petersilie

Da ich kein Garam Masala zu Hause hatte, habe ich mir selber eine Gewürzmischung zusammen gestellt:
1 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Kardamom
1 TL Koriandersamen
1/4 TL Muskat
2/3 TL Ingwer

Für die Sauce:
125 – 200 g Naturjoghurt (je nachdem, wie viel Sauce du magst)
1/2 – 1 EL Tahina
frischer Zitronensaft
Salz
optional: frischer Knoblauch

Zubereitung

Koche eine kleine Tasse Hirse mit den Nelken in doppelt so viel Wasser einmal auf und lasse sie dann vor sich hinköcheln, bis das Wasser aufgesogen ist und die Hirse weich sind, aber dennoch noch einen körnigen Kern haben.

Schneide die Zwiebel in kleine Würfel und röste diese mit einem Schuss Öl an.

Der Sesam wird in einer Pfanne kurz angeröstet (ohne Öl!), bis er eine braune Farbe erhält und zu duften beginnt. Anschließend wird er grob gemörsert.

Heize das Backrohr auf 175°C vor.

Schneide vom Kürbis oben und unten den Strunk gerade weg, damit er anschließend gut am Backblech stehen kann. Halbiere den Kürbis und höhle ihn aus.

Vermische die gekochten Hirse mit den gerösteten Zwiebelwürfeln, Sesam, Salz, Petersilie und deiner Gewürzmischung. Fülle die Menge zu gleichen Teilen in die beiden Kürbishälften und gib sie für etwa 30 Minuten ins Backrohr. Wenn du eine knusprige Hirse-Kruste möchtest, erhöhe die Temperatur in den letzten Minuten auf 200°C Oberhitze.

Während du darauf wartest, dass diese Köstlichkeit fertig wird, vermische die Zutaten für die Sauce und schmecke nach deinem persönlichen Geschmack ab.

Serviere den Kürbis heiß als Ganzes mit etwas Sauce und eventuell einem grünen (Vogerl)salat. Wir hatten den Salat zwar zu Hause, haben aber wie schon oft darauf vergessen 🙂

Gefüllter Hirse-Kürbis mit Joghurt-Sauce.
Fertig ist die Hauptmahlzeit unseres Weihnachtsmenüs!

Gebackene Topfen-Birnen-Schichtcreme

Als Lena diese Nachspeise vorgeschlagen hat, ist mir schon das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Die Gewürze sind ganz nach meinem Geschmack, Zimt, Ingwer, Vanille und Honig mag ich sehr. Für eine österreichische Nachspeise ist Topfen natürlich perfekt und Birnen haben für mich die richtige Süße. Mandeln geben der Speise dann noch das gewisse Etwas! Eine fluffige Creme mit Obst (zum Beispiel auch Ananas oder Himbeeren) ist mir sowieso um einiges lieber als viele andere Nachspeisen.

Zutaten

3 Birnen, hart – mittelhart (ca. 350 g)
je 5 Nelken und Pimentkörner (ersatzweise Wacholderbeeren)
1 Zimtstange
optional: frisch geriebener Ingwer
250 g Magertopfen
1 Ei
1 Msp. Vanille 
1 – 2 EL Honig 
1 gestrichenen TL (Mais)stärke
geriebene Mandeln

Zubereitung

Falls du das Menü im Ganzen vorbereitest, dann würden wir empfehlen, das Kompott ganz zu Beginn von all den anderen Arbeiten zu machen, da es auskühlen sollte, damit der Topfen nicht vorzeitig stockt. 

Für das Kompott schäle, entkerne und schneide die Birnen kleinwürfelig. Bedecke einen kleinen Topf mit Wasser und koche darin Nelken, Piment und Zimtstange auf. Füge die Birnen hinzu und lasse das Kompott für etwas 5 Minuten köcheln. Die Birnen sollen knackig bleiben und nicht zerfallen. Optional füge den Ingwer hinzu und lasse es auskühlen. 

Heize das Backrohr auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vor. 

Gib das Ei in eine Schüssel und schlage es mit einem Schneebesen händisch auf. Füge Topfen, Honig, Vanille und Stärke hinzu und verrühre die Masse, bis sie cremig ist. Abschmecken. 

Nun nimm kleine, feuerfeste Soufflée-Förmchen zur Hand und bedecke sie mit einer Schicht Kompott. Streue etwa einen Teelöffel von den geriebenen Mandeln darüber und bedecke es mit einer Schicht Topfencreme.

Wiederhole noch einmal. Schließe mit Topfencreme ab, bestreue diese mit den geriebenen Mandeln und gib die Förmchen bei 180 Grad in den Ofen. Sobald der Topfen stockt, erhöhe die Temperatur auf 200 Grad und lasse die Mandeln bei Oberhitze noch ein paar Minuten leicht bräunen. 

Serviere das Dessert lauwarm. 

Unsere super lecker Nachspeise.
Unsere super lecker Nachspeise.

Unser Fazit

Fazit von Lena: Nach einem Spaziergang ist dann auch wieder Platz für eine kleine Jause. 😉 Ich finde dieses Menü wahnsinnig geschmackvoll und es liefert den Beweis, dass die Festtage auch ohne (zu) viel Zucker und Fett besinnlich sein können. Meiner Meinung nach haben wir österreichische Lebensmittel perfekt verpackt und zudem steht man als Koch oder Köchin nicht ewig in der Küche und muss die Gäste alleine lassen, denn die Zubereitung jedes einzelnen Ganges ist sehr simpel. Die Suppe, sowie die Füllung des Kürbisses und das Birnenkompott können theoretisch vorbereitet werden und das Dessert wandert nach dem Verspeisen des Hauptganges erst in den Ofen.

Fazit von Verena: Für mich als Zwiebel- und Kürbisfan sind die ersten zwei Gerichte unseres Festmahls sowieso perfekt. Die Kürbiswürzung gibt ihm einen richtig guten Geschmack und mir als Fleischesserin hat nichts gefehlt 😉 Wie schon erwähnt, finde ich es super, dass wir uns für eine etwas fluffigere Nachspeise entschieden haben, sowas ist mir viel lieber als ein riesiges Stück Torte. Dadurch, dass das Hauptgericht nicht fettig ist und auch die Nachspeise eher von der leichteren Sorte, ist man anschließend nicht komplett vollgegessen und kann auch noch ein paar Kekse genießen. Bei mir kommt das vegetarische Menü sicher wieder auf den Tisch!

Gefüllter Lebkuchen

Dieser Advent ist backtechnisch unser bisher produktivster. Nach Pumpkin Pies, Vanillekipferl und Linzer Augen zeige ich euch nun auch noch wie unser Gefüllter Lebkuchen funktioniert. Bisher war ich kein großer Fan aber ich wollte ihn unbedingt mal machen. Die Mischung ist uns scheinbar gelungen, denn von unserer Sorte kann ich gar nicht genug bekommen 😉

Alle bisherigen Rezepte in diesem Advent findet ihr hier.

Zutaten

Unser Lebkuchenrezept habe ich schon im letzten Advent vorgestellt.

Hier noch einmal die Zutaten für den Teig:

500 g Rohzucker
600 g Roggenmehl
3 Eier
Zimt
1 Pkg. Lebkuchengewürz
10 g Natron
3 EL Honig
1/2 Pkg. Aranzini
1/2 Tasse schwarzen Kaffee
1 Ei zum Bestreichen

Zutaten für den gefüllten Lebkuchen.
Zutaten für den gefüllten Lebkuchen.

Und das sind die Zutaten für die Füllung:

1/2 Pkg. Aranzini
1/2 Pkg. Zitronat
Feigen
Dörrpflaumen
Rosinen
Rum
Walnüsse
Ribiselmarmelade

Zutaten für die Lebkuchen-Füllung.
Zutaten für die Füllung.

Gefüllter Lebkuchen: Die Zubereitung

Backrohr vorheizen: 175°C.

Zuerst wird der Teig wie in diesem Lebkuchenrezept beschrieben zubereitet. Unbedingt die Ruhezeit beachten!

Letztes Jahr haben wir aus der ganzen Menge normale Lebkuchen gemacht. Normalerweise nimmt man ca. eine Hälfte des Teigs für gefüllten Lebkuchen und aus dem anderen Teil sticht man Kekse aus. So haben wir es heuer auch gemacht. Leider konnten wir unseren Dackel-Keksausstecher nicht finden 😉

Die Katzentante beim Teig kneten
Ich liebe es Teig zuzubereiten!

Die Verhältnisse bei der Füllung gehen meiner Meinung nach nicht so genau. Je eine halbe Packung Aranzini und Zitronat müssen klein geschnitten werden (nicht ganz so fein wie für den Teig). Auch die anderen Zutaten werden geschnitten bzw. gehackt. Die Zutaten in unserer Mischung waren alle zu ziemlich gleichen Teilen. Bei den Rosinen haben wir etwas gespart, da ich die nicht so gerne mag.

Die zerkleinerten Zutaten werden in einer Schüssel gut vermischt.

Der Teig, den man für den gefüllten Lebkuchen verwendet, wird in zwei gleich große Teile geteilt und der erste Teil gut ausgerollt. Ich schätze der Teig war ca. 3-5 mm dick. Er wird beim Backen auf jeden Fall noch etwas aufgehen.

Die fertige Lebkuchenfüllung
Die fertige Lebkuchenfüllung

Der zubereitete Teig
Der zubereitete Teig sieht so lecker aus!

Dieser Teil wird dann mit der Füllung bestrichen. Am Rand ca. 2 cm frei lassen. Damit es besser hält kann man den Rand mit einem verquirlten Ei bestreichen.

Die Füllung auf dem Teig.
Die Füllung ordentlich auf dem Teig verteilen.

Der zweite Teil wird dann auf die gleiche Größe ausgerollt und oben aufgelegt. Das ganze Rechteck wird mit verquirltem Ei bestrichen. So kommt der Lebkuchen dann ins Backrohr. Das Backen dauert ca. 20 Minuten (die Angabe ist nur ungefähr!) und ihr sollte euch einfach nach der Farbe richten.

Das Bild zeigt den fertig gebackenen gefüllten Lebkuchen.
Der gefüllte Lebkuchen ist fertig gebacken!

Anschließend wird das große Stück, wenn es noch nicht ganz ausgekühlt ist, in beliebig große rechteckige Stücke geschnitten.

Lebkuchen auf Tellern
Eine ganze Lebkuchen-Party! 😉

Lebkuchen in einem Behälter
Lasst es euch schmecken!

Traditionelle Kekse: Vanillekipferl und Linzer Augen

Heuer hab ich schon zweimal Kekse gebacken, darüber bin ich selber erstaunt 😀 Letztes Jahr gab es leckere Ischler Törtchen, die relativ aufwändig sind. Heuer habe ich mich für einfachere traditionelle Kekse entschieden. Wir haben unseren Smiley-Keksausstecher eingeweiht und mit meiner Freundin Lisa habe ich auch heuer wieder gebacken – dieses Mal Vanillekipferl. Diese einfachen Keks Rezepte stelle ich euch in diesem Blogeintrag vor. Die Kekse sind allesamt sehr gut angekommen! 🙂

Vanillekipferl

Heuer habe ich mit meiner Freundin Lisa Vanillekipferl gebacken. Es gibt viele gute Kekse aber diese sind wahrscheinlich meine Lieblinge 🙂

Zutaten

Keksteig
200 g Butter
250 Mehl
100 g Mandeln (gerieben)
1 Pkg. Vanillezucker
50 g Zucker
1 Eidotter
Zum Bestreuen
100 g Staubzucker
1 Pkg. Vanillezucker

Vanillekipferl

Die Zutaten für den Teig vermischen und gut durchkneten. Ich mische am liebsten immer alles zuerst in einer Schüssel ab damit die flüßigen Zutaten nicht davonlaufen. Den Feinschliff bekommt der Teig dann auf der Arbeitsfläche 😉 Anschließend muss der Teig 1 Stunde im Kühlschrank rasten, dafür wickle ich ihn immer in eine Frischhaltefolie.

Mürbteig in der Entstehung
Den Mürbteig gut durchkneten!

Der fertige Mürbteig.
Der fertige Mürbteig.

Nach 1 Stunde im Kühlschrank könnt ihr die Vanillekipferl formen.

Backrohr auf 175°C vorheizen.

Es gibt verschiedene Techniken, ich nehme am liebsten immer ein kleines Stück vom Teig, rolle es zu einer Kugel und anschließend zu einer langen Rolle. Daraus biegt man dann die Vanillekipferl.

Fertige geformte Vanillekipferl!
Fertige geformte Vanillekipferl!

Die Vanillekipferl kommen 6-8 Minuten uns Rohr, am besten entscheidet ihr aufgrund der Farbe ob sie fertig sind. Wenn sie noch warm sind werden sie ihn einer Mischung aus Staubzucker und Vanillezucker gewälzt.

Fertig sind die tollen Vanillekipferl!

Linzer Smileys

Linzer Augen sind Patrick’s Lieblingskekse und da mein cooler Smiley-Ausstecher letztes Jahr noch gar nicht zum Einsatz kam, war die Sache klar. Wir haben uns einen Tante Fanny Fertigmürbteig geschnappt (den wollten wir mal testen) und schon haben wir losgelegt.

Zutaten

1 Pkg. Fertigmürbteig (süß)
Marmalade nach Belieben (wir haben Heidelbeere und Marillen verwendet)

Der süße Mürbteig von Tante Fanny (Fertigteig).
Der süße Mürbteig von Tante Fanny.

Patrick beim Kekse ausstechen.
Patrick beim Ausstechen der Kekse.

Linzer Augen

Backrohr auf 175°C vorheizen!

Der Teig war schon fertig und ausgerollt weswegen wir uns viel Arbeit erspart haben. Daraus sticht man zu gleichen Teilen Keksböden (ohne Augen) und Keksdeckel (mit Augen) aus.

Die Kekse ca. 6-8 Minuten backen, je nach Power eures Backrohrs. Ob sie fertig sind erkennt man an der Farbe. Hier ist uns gleich aufgefallen, dass sich der Teig, wenn man den Rest dann wieder zusammen knetet und neu ausrollt ganz anders verhält. Die neu ausgerollten haben sich beim Backen zusammen gezogen und sind kleiner und dicker geworden. Insgesamt ist uns aufgefallen, dass alle Kekse etwas oval wurden. Danach legen wir sie vom Blech gleich auf ein Teller damit sie der Restwärme nicht mehr zulange ausgesetzt sind.

Die fertig gebackenen Kekse.
Ungefähr nach Form sortiert 😉

Einer Linzer Smiley Keks.
Der schaut glücklich aus 😉

Im nächsten Schritt werden die Keksunterseiten mit Marmalade bestrichen. Hier könnt ihr kreativ sein und jede Sorte verwenden die euch schmeckt. Anschließend werden die Gesichter darauf gedrückt, natürlich nicht zu fest um das Keks nicht gleich zu zerbrechen. Alle Kekse die dabei kaputt gehen müssen sofort gegessen werden 😉

Welche Marmaladesorten verwendet ihr? Ich freue mich auf Kommentare!

Die Katzentante beim Bestreichen der Keksunterseiten.
Am liebsten verwende ich Marillen- oder Heidelbeermarmalade!

Linzer Augen (Smileys) in der Dose.
Happy Kekse 😀

Welche Kekse backt ihr heuer? Ich bin gespannt auf eure Keks Rezepte!

Mission: Österreichische Küche mit Lenalicious

“Die Zukunft des Fleisches” – ein Event, das vor Kurzem in Wien stattgefunden hat, ist Auslöser eines Projektes, das ihr in Zukunft auf meinem Blog vorfinden werdet. Die liebe Bloggerkollegin Magdalena Hesser (Lenalicious) hat das Event besucht und durch ihre super Nachberichte (Teil 1 | Teil 2 | Teil 3) sind wir ins Gespräch gekommen. Auf Lena’s Blog findet ihr köstliche vegetarische Rezepte, Yoga und ihre spannende Namibia-Reise.

Lena mit Schwarzwälderkirschtorte
Darf ich vorstellen – Lena!

Sie ist Vegetarierin und ich bin Fleischesserin – und doch sind wir uns bei vielen Punkten einig. Nach einer interessanten Diskussion war die Entscheidung nicht schwer – in diese Richtung können wir zusammen arbeiten, gemeinsam Fragen aus verschiedenen Standpunkten betrachten und Bewusstsein schaffen.

Ich liebe Fleisch – das wird sich auch nicht so schnell ändern – aber ich finde, wir alle und da schließe ich mich selbst nicht aus, könnten viel sorgsamer und bewusster mit der Ressource Fleisch umgehen und in vielen Fällen auch darauf verzichten. Äußerst gespannt bin ich schon auf das vegane Gulasch von Lena und viele andere Rezepte, die wir gemeinsam kochen werden. Mein Favorit auf ihrem Blog: Quinoa-Salat.

Dieses Mal wird jede von uns am Blog der anderen zur Einstimmung 4 Fragen beantworten. Nächstes Mal geht’s schon ab in die Küche. Und ich freue mich schon darauf euch unter anderem von meinem Mehlwurm-Versuch zu erzählen 😉

Unsere 4 Fragen

Hier findet ihr Lena’s Blogpost

  1. Was schätzt du am meisten an der österreichischen Esskultur?

Verena: Man lernt Dinge erst so richtig zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat, so auch mit der österreichischen Esskultur. Man merkt zum Beispiel erst wenn man länger in einem anderen Land wohnt oder sich im Urlaub abseits von den touristischen Gebieten aufhält, wie unterschiedlich es in anderen Ländern ist und was einem fehlt, wenn man es gewohnt ist. Meine beste Vergleichsmöglichkeit ist Schweden, dort habe ich ein halbes Jahr gewohnt.

Was beim Betreten eines schwedischen Supermarktes gleich mal auffällt ist, dass es vergleichsweise wenige Brotsorten gibt. In Österreich gehe ich zum Bäcker oder kaufe im Supermarkt das Brot vom lokalen Bäcker und da weiß ich auch dann, dass es gut ist und eine traumhafte Kruste hat. Außerdem gibt es immer eine große Auswahl an Gebäck. Gestern zum Beispiel hab ich mir ein Vollkorn-Dinkel-Sesam-Croissant gekauft, traumhaft! In Schweden und auch vielen südlichen Ländern gibt es da nur eine vergleichsweise geringe Auswahl, meist nur Weißbrot und Semmerl.

Dasselbe galt auch für Wurst und Fleisch in Schweden. Das Fleisch, dass in einem leistbaren Bereich war, war von sehr minderwertiger Qualität. Da hat oft auch langes Kochen nichts mehr gebracht um es beißbar zu machen 😉 Beim Fleisch hab ich bei uns doch ein besseres Gefühl, wenn ich ins Geschäft oder zum Fleischhauer gehe und zumindest weiß, dass das Tier in Österreich gelebt hat.

Gefühlsmäßig würde ich sagen, dass es uns in Österreich mehlspeisentechnisch sehr gut geht. Ich bin selber kein Fan von Süßem, aber hin und wieder ein Apfelstrudel ist schon was Nettes.

Diesen Wikipedia Artikel finde ich ganz interessant zum Durchstöbern, man vergisst oft, was alles Österreichisch ist!

Weißbrot
Weißbrot.

Lena: Um ganz ehrlich zu sein, habe ich lange Zeit überhaupt gar nichts an unserer österreichischen Esskultur geschätzt. Das Essen war mit zu fettig, zu fleischlastig, zu hektisch und zu langweilig. Seitdem es mein Job ist, unter anderem Touristen unsere Esskultur näher zu bringen und ich ganz viel auf den kulinarischen Spuren Wiens bin bei den Wiener Schmankerl-, Food- und Sinnestouren, habe ich meinen “Vorurteile-Knopf” auf “reset” gedrückt und mich wirklich ganz bewusst und intensiv darauf eingelassen. Und siehe da, auf einmal sehe ich eine ganze Menge toller Dinge!

  1. Ich liebe Wiens Kaffeehäuser und die leckeren Süßspeisen. In kaum einem anderen Land, welches ich bisher bereist habe, habe ich so gute, auch warme Süßspeisen genossen. Angefangen vom klassischen Apfelstrudel, bis hin zu den Marillenknödel, dem Topfenkuchen, bis hin zu den Mohnnudeln und den Nussbeugerln.
  2. Wir haben zumindest eine Esskultur! Viele Menschen, die als BesucherInnen nach Österreich kommen, schätzen unsere Esskultur. Und zwar nicht primär das Essen selber, sondern die Tatsache, dass wir grundsätzlich ganz viele traditionelle Rezepte haben und dass Essen und Trinken ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist. In manchen Ländern, wie zum Beispiel in den USA, fehlt dieser Aspekt in manchen Teilen des Landes völlig.
  3. Österreich hat eine wunderbar vielseitige Brotkultur. Brot ist und war immer schon ein sehr wichtiges Gut, ich würde sagen, ein Grundnahrungsmittel, wo die Qualität von gutem Brot hoch geschätzt wird; vor allem dunkles Brot aus Roggen, oder auch Dinkel findet man relativ einfach in den Läden, wo im Vergleich zu manchen Ländern fast nur Weißbrot aus Weizenmehl zu sich genommen wird.

Ich bin schon patriotisch genug, um zu behaupten, dass die Liste hier nicht endet, keine Sorge. Mehr davon folgt aber in den kommenden Beiträgen. 😉

Apfelstrudel
Ein traumhafter Apfelstrudel!

  1. Was sind deine zwei liebsten Gerichte in der österreichischen Küche? Und warum?

Verena: Mein absolutes Lieblingsessen sind BRATWÜRSTL MIT SAUERKRAUT. Da fährt die Eisenbahn drüber. Es ist vermutlich nicht das spektakulärste der österreichischen Fleischgerichte (man denke nur an Schnitzel, Schweinsbraten und Co.), aber ich könnte es ständig essen! Vor allem auch wegen dem genialen Sauerkraut! Und weil es hier gerade dazu passt möchte ich anmerken, dass es Bosna fast nur in Österreich gibt!

Bratwürstel mit Sauerkraut.
Bratwürstel mit Sauerkraut.

Damit ich nicht nur fleischig unterwegs bin, habe ich mich entschlossen, euch meine Lieblingsmehlspeise aus Österreich zu verraten: Der Apfelgitterkuchen meiner Oma. Der ist wahnsinnig saftig!

Lena: KNÖDEL in in allen möglichen, vegetarischen Ausführungen. Geröstete Knödel, Knödel mit Sauerkraut, Kaspressknödel (yuuuuuuuumm), Spinatknödel, Kartoffelknödel und natürlich auch die süßen Knödel. Marillenknödel gewälzt in Brösel mit viiiiiel Schlagobers oder Vanillesauce. Die Brösel aber bitte nur mit Honig und Zimt, so wie es meine Mama immer macht. Und Apfelstrudel. Den selbstgemachten von Bianca. nomnomnom

MOHNNUDELN. Mit Himbeersauce. Und Schlagobers.

  1. Wie oft und in welchem Ausmaß sprichst du mit anderen über (deine) Ernährung? Welche Reaktionen bekommst du von deinem Umfeld darauf wie du dich ernährst? Wie gehst du damit um (sowohl mit positiven als auch negativen Kommentaren)?

Verena: Oft. Interessanterweise haben viele Menschen sehr viele unterschiedliche Meinungen zum Thema Ernährung und man kommt oft auf das Thema zu sprechen (zum Beispiel im Büro; wenn entschieden wirD; wo man Mittagessen geht). Meine Meinung zu unterschiedlichen Ernährungsmythen, die sich in meinem Umfeld beständig halten, spare ich mir jetzt lieber. Da könnte ich viel drüber schreiben 😉

Ich muss sagen auf meine Ernährung bekomme ich selten irgendeine Reaktion (weder positiv noch negativ), da ich mich in den Augen der meisten ÖsterreicherInnen “normal” ernähre. Sehr interessant finde ich, wenn Menschen erfahren, dass meine beiden Schwestern Vegetarierinnen sind, kommt sehr oft die Frage: “Isst wenigstens du Fleisch?” und wenn ich dann ja sage ist das Gegenüber meist sehr erleichtert. Das regt schon zum Nachdenken an.

Erstaunen rufe ich bei vielen hervor, wenn sie erfahren, dass ich sehr selten Süßes esse, weil ich einfach gar keine besondere Lust drauf habe. Schockiert sind dann viele; wenn dann noch rauskommt, dass bei uns zu Hause ungeöffnete Schokoladetafeln ablaufen 😉 (Ich hab natürlich ein anderes Laster: Kartoffelchips!)

Positive Kommentare bekomme ich oft für meine Experimentierfreudigkeit, da wir sehr viel Neues ausprobieren und selten etwas mehrmals kochen (außer Bratwürstel!). Das freut mich natürlich und deswegen schreibe ich auch gerne darüber wenn ein Rezept gelungen ist, das von vorneherein nicht so klar war.

Interessanterweise bin ich oft als Verteidigerin von vegetarischer Lebensweise unterwegs. Nur weil ich mich nicht so ernähre, heißt das nicht, dass ich es nicht nachvollziehen kann oder gut finde. Und wenn dann Meldungen kommen wie “Das bringt doch sowieso nichts.” oder “Da kann man ja gar nichts kochen.” dann muss ich das schon richtig stellen. Gerade in dieser Situation habe ich die Erfahrung gemacht, dass es leicht ist für was zu argumentieren was einen selber gar nicht so betrifft. Dann kann das Gegenüber schlecht sagen: “Du musst ja nur deine Lebensweise rechtfertigen!”. Das zieht bei mir nicht 😉

Lena: Täglich und mit jedem. Nachdem ich vom Wetter gesprochen habe, leite ich das Thema gekonnt auf das Essen.

Nein, Spaß. Das Wetter lasse ich aus.

Ich liebe diese Diskussionen und es interessiert mich brennend, welche Stellung Menschen in meinem Umfeld zu bestimmten Ernährungsthemen beziehen. Ich könnte mich wirklich stundenlang darüber unterhalten, was ich zugegebenermaßen auch oft mache. Aber zur Verteidigung: Es ist auch mein Job. Bei Kochkursen und diversen Foodtouren ist es nicht so abwegig, sich über Ess- und Ernährungsgewohnheiten auszutauschen.

Die Reaktionen sind gut! Meistens zumindest. Den Unterschied merkt man, wenn man sich mit Leuten unterhält, die weltoffen sind und viel reisen im Vergleich zu jenen, die dies nicht tun. Die Ersteren sind stets sehr interessiert und bewundern teilweise, wie ich mich ernähre und wie kreativ ich in der Küche sein kann, wohingegen dies bei manchen auf völliges Unverständnis und Ablehnung führt, da sie glauben, ich ernähre mich nicht “richtig”, weil was ist schon eine Ernährungsweise ohne Fleisch und Fisch?! Und Hühnerfleisch esse ich auch nicht, wobei das eh ganz mageres, helles Fleisch ist!? Ein für alle mal: Fleisch ist Fleisch – auch Fisch und Huhn – und das kommt mir nimma auf den Teller. 😉

Wie ich damit umgehe? Die positiven Gespräche pushen mich total, bestätigen mich in meiner Art, wie ich mich ernähre und geben mir Anreiz für neue Ansichten zu bestimmen Dingen. Die negativen Kommentare pushen mich aber ebenfalls. Sie verstärken sogar noch meine Überzeugungen und ich bin dankbar für jede einzelne Meinung. Manchmal bin ich aber auch, um ehrlich zu sein, genervt über die kurzsichtige Einstellung von manchen Personen. Da versuche ich mich dann, relativ schnell zurückzuziehen, um mir meine Energie aufzusparen. Ich will niemanden bekehren, höchstens Denkanstöße liefern, und genauso wenig will ich aber selber bekehrt werden.

  1. Welche Gerichte/Ernährunsgweisen kennst du aus anderen Ländern, die du gut findest?

Verena: Ich bin noch nicht so weit herumgekommen wie Lena (ich habe noch nicht mal Europa verlassen!) aber ich habe auch schon einige andere Länder besucht.

Bulgarien hat mich bei meinem Besuch positiv überrascht. Ganz typisch sind Baniza (https://de.wikipedia.org/wiki/Baniza), ein sehr leckeres Brot und bulgarisches Joghurt, das oft getrunken, oder als Suppe zu sich genommen wird! Dort habe ich auf einer Foodtour auch viel darüber erfahren, wie Essgewohnheiten und traditionelle Gerichte geschichtlich entstanden sind, das würde mich in anderen Ländern auch sehr interessieren.
Bulgarische Köstlichkeiten
Bulgarische Köstlichkeiten

Die Frage lautet ja, was ich gut finde, deshalb sind die USA eigentlich ein schlechtes Beispiel. Aber ich finde die Werbungen, die wir wöchentlich beim NFL (American Football) schauen; sehen schon eher abschreckend und freue mich dann, dass ich in Europa lebe. Dort sieht man hauptsächlich Pizzen und Burger oder eine Kombination davon. Und die Fast Food Restaurants sind so spottbillig, dass man echt nicht wissen möchte, was in dem Zeug drinnen ist.

In Kroatien und Italien liebe ich Meeresfrüchte, die sind dort um Vielfaches besser als bei uns!

Oft ist es gar nicht so leicht, ein Land kulinarisch kennen zu lernen. Viele Lokale in den Hauptstädten haben dann doch eher Speisen, die Touristen von überall kennen. Ich habe schon oft von dem angeblich schwedischen Gericht “Fliegender Jakob” gehört, doch niemand in Stockholm konnte mir sagen wo wir das essen könnten. Schade! Zimtschnecken und Fleischbällchen gibt es dort dafür in jeder Variation und an jeder Ecke 😉

Eine waschechte Zimtschnecke (vh)
Eine waschechte Zimtschnecke

Lena: Eins vorweg: Seitdem ich reise, habe ich meine Einstellung zu unserer westlichen, im Besonderen zur österreichischen Küche geändert und bin ein Stück weit abgerückt von meiner Meinung, dass nur wir ÖsterreicherInnen so üppig und fettig und fleischlastig essen. Stimmt bis zu einem gewissen Grad auch, das kann man nicht leugnen, dennoch finde ich, dass JEDES Land und JEDE Kultur Gewohnheiten hat, die zum einen gut, zum anderen fraglich sind. Ich liebe die asiatische, vor allem vietnamesische Küche, da die Gerichte alle sehr frisch und leicht sind wegen des frischen Gemüses und der Kräuter. Ich mag die Tischkultur der Franzosen, so, wie sie das Essen zelebrieren. Ich schätze die orientalische Küche mit all den vielen Gewürzen und natürlich stehe ich total auf das Futtern von exotischen Früchten, die in anderen Ländern heimisch sind und vor Ort einfach 1000 Mal besser schmecken wie zuhause. In Bali, zum Beispiel, war es jedes Mal wieder eine Freude, eine frisch geerntete, saftige Kokosnuss zu naschen.

Exotische Früchte.
Exotische Früchte.

Jetzt habt ihr uns kennen gelernt!

Jetzt konntet ihr uns beide ein bisschen kennen lernen. Wir mögen viele unterschiedliche Gerichte und Zutaten und trotzdem denke ich, dass wir gemeinsam tolle Sachen kochen können.
Falls ihr ähnlich gesinnt seid könnt ihr euch nun jeden Monat auf viele österreichische Rezepte auf unseren Blogs freuen. Ich bin schon gespannt was wir tolles zaubern werden!

Das schöne Titelbild haben wir auf pixabay gefunden.

Entenbrust klassisch: Mit Rotkraut und Semmelknödeln

Bei unserem Besuch der Burgerei im Oktober hat mir der Entenburger besonders gut geschmeckt. Deswegen hatte ich dann große Lust, selber mal Ente zu machen. Wir haben uns für ein sehr klassisches Gericht entschieden: Barberie-Entenbrust mit Rotkraut und Semmelknödeln.

Für die gesamte Zubereitung haben wir ca. 2 Stunden benötigt.

Zutaten

Für 2 Personen

Semmelknödel

Wir haben noch nie zuvor Semmelknödel gemacht und uns deswegen erst mal ein Rezept suchen müssen. Nach kurzer Recherche haben wir die halbe Menge von diesem wunderbaren Rezept (und das war noch zu viel) gemacht.

125 g Semmelwürfel (evtl. ein bisschen mehr)
25 g Butter
1/2 Zwiebel
1,5 EL Petersilie
1-2 Eier
125 ml Milch
1,5 EL Mehl
Salz
evtl. Brösel

Zutaten für die Semmelknödel.
Zutaten für die Semmelknödel.

Rotkraut

Fürs Rotkraut habe ich auf Facebook einige tolle Rezepte geschickt bekommen, wir haben uns dann aber für das sehr einfache, traditionelle Rezept von Patrick’s Oma entschieden. Die Menge war viel zu viel weil ich einfach das ganze Rotkraut (70 dag) geschnitten und verkocht habe. Ich habe die Zutaten gleich für euch halbiert.

35 dag Rotkraut
1/2 Zwiebel
1 EL brauner Zucker
1 EL Essig
100 ml Orangesaft
1-2 Nelken
Wasser
Schweineschmalz
Salz
Kümmel
ein bisschen Mehl

Barberie-Entenbrust

Für die Ente und den Saft haben wir uns ein bisschen an diesem Rezept orientiert.

2 Stück Barberie-Entenbrust
Salz, Pfeffer, Majoran
Für den Saft:
2 EL Butter
1 Schluck Rotwein
Suppenpulver
Wasser

Zutaten für Ente mit Rotkraut.
Unsere Zutaten.

Zubereitung der Barberie-Ente

Das Rohr auf 175°C vorheizen. Wir haben etwas niedriger begonnen aber da wird die Ente niiiiie fertig 🙂

Verena beim Kochen.
Katzentante in Action.

Wenn die Ente schon so schön ausgelöst ist wie die, die wir gekauft haben, ist der erst Schritt das Schröpfen. Dabei schneidet man vorsichtig das Fett der Barberie-Ente in einem Gittermuster ein. Wenn möglich soll man das Fett durchschneiden aber das Fleisch nicht einschneiden. Ein scharfes Messer erleichtert die Aufgabe enorm!

Die Entenbrüste werden auf beiden Seiten gesalzen und gepfeffert und auf der mageren Seite außerdem mit Majoran gewürzt.

Die Ente wird geschröpft.
Die Ente vorsichtig schröpfen.

Die eingeschnittene (geschröpfte) Ente.
Die eingeschnittene (geschröpfte) Ente.

Danach werden die Entenstücke in der Pfanne beidseitig scharf angebraten bis sie eine schöne Farbe bekommen. Auf der fetten Seite hätten wir die Ente sogar noch länger anbraten können.

Die Entenbrüste in der Pfanne.
Die Ente ein paar Minuten scharf anbraten bis sie knusprig ist.

Als nächstes gebt ihr die Entenbrüste in eine Form fürs Backrohr (den Saft aus der Pfanne nicht wegleeren!). Die Ente kommt dann ins Backrohr bis sie eine Kerntemperatur von 62°C hat. Am besten ermittelt man das mit einem Bratenthermometer. Bei uns hat das ca. 20-30 Minuten gedauert.

Die Ente im Rohr.
Die Ente kommt dann ins Rohr.

Um einen guten Saft zu bekommen, gebt ihr etwas Butter, einen Schuss Rotwein und etwas Suppe (oder Wasser und Suppenpulver) in die Pfanne und lasst es etwas einreduzieren.

Zubereitung der Beilagen

Rotkraut

Das Rotkraut hacheln oder fein schneiden, salzen und mit viel Kümmel würzen.

Fein geschnittenes Rotkraut.
Fein geschnittenes Rotkraut.

Als nächstes eine Zwiebel würfelig schneiden und in einem ausreichend großen Topf mit etwas Schweineschmalz (noch authentischer: Entenschmalz) anrösten. Den braunen Zucker dazu geben und etwas karamellisieren lassen. Anschließend das Rotkraut dazu geben. Nach kurzem Anrösten mit Essig, Orangensaft und ein bisschen Wasser ablöschen und die Nelken dazu geben.

Köcheln lassen bis das Kraut weicher geworden ist. Von mir aus kann es aber ruhig noch etwas knackig sein und nicht so gatschig wie in manchen Wirtshäusern.

Zwiebel anrösten.
Zwiebel anrösten.

Rotkraut im Topf.
Das Kraut in den Topf geben.

Um das Kraut zu “stauben” bzw. mehlieren ein bisschen Mehl dazu geben und gut durchrühren. Dadurch wird das Kraut sämiger. Nach diesem Schritt ist das Kraut fertig. Wir haben es warm gehalten bis auch die Ente und die Semmelknödel so weit waren.

Rotkraut im Topf.
Das Rotkraut anbraten und dünsten.

Hier habe ich noch 2 etwas ausgefallenere Rotkraut-Rezepte für euch:

Semmelknödel

Den Zwiebel würfelig schneiden und in einer Pfanne mit Butter glasig anbraten.

Die Eier in einer Schüssel verquirlen, salzen und die Milch dazu geben. Die Semmelwürfel dazu geben und alles gut abmischen, damit alle Würfel einweichen. Ein paar Minuten anziehen lassen und das Mehl untermengen.

Anschließend die Petersilie hacken und mit den abgekühlten Zwiebeln zur Menge geben. Wieder gut vermischen.

Petersilie fein hacken.
Petersilie fein hacken.

Semmelknödelmasse.
Die Semmelknödelmasse vermischen.

Bei uns war die Menge etwas zu flüßig, weswegen ich noch ein paar Semmelwürfel und ein bisschen Brösel dazu gegeben habe. Ich schließe nicht aus, dass ich mich bei den Zutaten vermessen habe 🙂

Anschließend werden mit feuchten Händen 4 Knödel geformt.

In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Knödel 10 Minuten darin sieden lassen. Das Wasser sollte dabei nicht zu stark kochen, damit die Knödel nicht zerfallen. Für unseren ersten Versuch hat es gut geklappt 🙂

Die Knödel werden gekocht.
Die Knödel werden gekocht.

Da riecht's schon viel zu gut :)
Da riecht’s schon viel zu gut 🙂

Das angerichtete Essen.
Mahlzeit!

Roast Duck Sandwich

Man muss eigentlich eine Entenbrust pro Person nehmen, auch wenn die meistens viel zu groß sind. Wir haben die kleinsten genommen, die es gegeben hat (je 30 dag) und das ist uns etwas zu viel pro Portion. Deswegen ist natürlich etwas übrig geblieben. Als Jause gab es dann ein Roast Duck Sandwich – ganz dünn geschnittene Entenbrust auf Toastbrot mit Mayo und Ketchup. Genial!

Roast Duck Sandwich
Roast Duck Sandwich.

Krenfleisch von Oma

Das Krenfleisch von Oma ist eines der Gerichte bei dem ich mir zu Beginn nicht sicher war ob es mir schmecken wird. Geschmacklich ist es ganz anders als andere Schweinefleischgerichte, die ich kenne und deswegen oder vielleicht gerade deshalb hat es mich begeistert. Bisher wurde es uns zweimal serviert und ich könnte schon wieder eine Portion vertragen! 😉 Beim zweiten mal habe ich dokumentiert und natürlich möchte ich euch das tolle Gericht nicht vorenthalten.

Zutaten

Für 4 Portionen:

1 kg Schweinefleisch (z.B. Schulter)
4 große Zwiebel
2 Radi (Rettich)
Salz, Kümmel
Geriebenen Kren

Bei vielen anderen Rezepten (unten habe ich zwei verlinkt) kommen auch noch Karotten und anderes Gemüse hinzu, bei unserer Oma allerdings nicht. Das ist mir ganz recht so, da ich kein besonderer Fan von gekochten Karotten bin 🙂

Krenfleisch Zubereitung

Zwiebel und den Radi waschen und schneiden. Ich kann euch wärmstens empfehlen ein paar Scheiben Radi gesalzen zu verzehren, das ist echt lecker 😉 Und es passt auch gut zu einer deftigen Jause!

Die weiteren Zutaten - Zwiebel und Kren.
Die weiteren Zutaten – Zwiebel und Kren.

Das Fleisch kommt in einen großen Kochtopf. Dann wird es ordentlich mit Radi und Zwiebeln bedeckt, gesalzen und mit Kümmel gewürzt. Anschließend den Topf mit Wasser auffüllen.

Das Schweinefleisch kommt in einen großen Topf.
Das Schweinefleisch kommt in einen großen Topf.

Das meiste ist nun schon erledigt. Den Herd einschalten oder wie in unserem Fall anzünden und das Fleisch ca 1,5 kochen lassen. Als Beilage empfehle ich gekochte Kartoffeln.

Richtig authentisch - am Tischherd.
Richtig authentisch – am Tischherd.

Angerichtet wird das Fleisch mit den mitgekochten Zwiebeln und dem Radi. Ich mag es auch wenn viel von dem Saft dabei ist. Oben kommt dann noch geriebener Kren drauf. Mahlzeit!

Mahlzeit!
Mahlzeit!

Bloggerkollegin giftigeblonde hat auch zwei super Krenfleisch-Rezepte: